Familie Tenebrionidae Coleoptera - Heteromera
  Von Arved Lompe (n. E. Reitter, Z. Kaszab u.a.)
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Reitter, E. (1917): Bestimmungs-Schlüssel für die Unterfamilien und Tribus der paläarktischen Tenebrionidae. - Wien. Ent. Zeit., 36(3-5):51-66 Reitter-Best-Tab-Heft81.tif
Bouchard, P. et al. (2005): Synoptic Classification of the World Tenebrionidae (Insecta: Coleoptera) with a Review of Family-group Names. - Annales Zoologici (Warszawa), 2005, 55(4): 499-530 Bouchard_et_al2005.pdf
  Tenebrioniden werden uns oft von Laien aus dem Süden Europas mitgebracht, die dann oft enttäuscht sind, daß die meisten von uns mit ihnen nicht so viel anfangen können. Daher soll hier die zu den Triben führende Bestimmungstabelle Reitter's wiedergegeben werden. Die Reitter'schen Tabellen sind natürlich nicht mehr aktuell - er selbst hat später viele Umgruppierungen, zum Teil auch zwischen den Unterfamilien, vorgenommen bzw. widerspricht sich in einer Arbeit innerhalb von 2 Seiten bei der Gruppierung in Unterfamilien und Triben; es sind aber die einzigen umfassenden, die mir zur Verfügung stehen. Wer sich eingehender mit dieser Familie befassen will, möge sich an einen Spezialisten wenden (z.B. Dr. Wolfgang Schawaller, Staatl. Museum für Naturkunde Stuttgart). - Soweit mir bekannt und leicht zugänglich, habe ich Ergänzungen zugefügt bzw. versucht, die nachträglichen Änderungen Reitters einzuarbeiten. Ich habe auch - wie ich hoffe - typische Habitusbilder der einzelnen Gruppen angefügt. Ich hoffe, daß es mit diesen Tabellen - mit etwas Einarbeitung natürlich - möglich sein wird, Fänge aus dem Mittelmeerraum wenigstens einem Tribus zuordnen. Ich werde versuchen, die Tabellen nach und nach bis zu den Gattungen zu ergänzen. Für Anregungen und Abbildungen ausgefallener Tiere oder aktuelle Tabellen wäre ich dankbar. - Eine Datenbank aller beschriebenen Taxa findet man bei:  134.60.85.50:591 und eine Website mit weiterführenden Links unter  www.tenebrionidae.net
#1 Tarsenzahl 5-5-4.

   ...1c

 
-- Tarsenzahl 4-4-4. Kleine Formen [Abb.1], die früher zu den Zopheridae (Colydiidae) gestellt wurden. Myrmecoxenini. (Myrmecoxenus )

   ...Myrmechixenus Chevr., 1835

MYRMECHIXENUS VAPORARIORUM
Abb.1
 
#1c Fühlerwurzel durch die lappenförmige Erweiterung der Wangen bedeckt, Fühler entspringen unter den Wangen, die Insertionsstelle der Fühler von oben nicht sichtbar. Vorderhüften kugelig, Hüftenhöhlen geschlossen, die Trochantinen der Vorderhüften nicht sichtbar. (Tenebrionidae im engeren Sinne bzw. der früheren Autoren.)

   ...1b

 
-- Fühlerwurzel von den Wangen nicht bedeckt, von oben gut sichtbar, Wangen seitlich nicht erweitert. Vorderhüften kegelförmig oder gestreckt eiförmig, zapfenförmig vortretend.

   ...1a

 
#1a Klauen einfach. Vorletztes Glied der Tarsen gelappt und unten filzartig behaart. Flügeldecken ohne Punktreihen oder Streifen, meist dicht behaart [Abb.2]. Unterfamilie Lagriinae, Subtribus

   ...Lagriina Latreille, 1825 (1820)

LAGRIA HIRTA
Abb.2
 
-- Klauen kammartig gezähnt [Abb.3] (die Zähnchen manchmal so fein, daß unbedingt mit 40-facher Vergrößerung geprüft werden muß)

   ...Alleculinae Laporte, 1840

PSEUDOCISTELA CERAMBOIDES
Abb.3
 
#1b Das Kinn füllt den Kehlausschnitt vollständig aus und bedeckt den größten Teil der Mundteile [Abb.4] (manchmal ist die Kehle an der Seite tief ausgeschnitten, dann ist aber zwischen dem Kinn und dem Kehlausschnitt ein Vorsprung [Abb.5]). Eine glänzende Gelenkhaut zwischen dem dritten und vierten Sternite ist nicht vorhanden, die Gelenkhaut an der Basis der Oberlippe nicht sichtbar. Trochantinen (*) der Mittelhüften fehlen, nur bei einigen Asida Arten sind sie vorhanden. Unterfamilie Erodiinae

   ...2


(*) An der Außenseite befindet sich oft ein Schlitz, in den sich ein tuberkelähnliches Gebilde, die Trochantinen, einschiebt.
TENEBRIONIDAE MENTUM
Abb.4
TENEBRIONIDAE MENTUM
Abb.5
-- Das Kinn füllt den Kehlausschnitt nicht ganz aus, zwischen den Seitenteilen bleibt ein weiter Schlitz offen, der die Maxillen und das Labium frei läßt [Abb.6] (und dessen Innenkante vom Seitenrand des Mentums gebildet wird); der Kehlausschnitt ist jederseits bogig ausgerandet.

   ...8

TENEBRIONIDAE MENTUM
Abb.6
 
#2 Hinterhüften stark schräg gestellt, einander sehr genähert [Abb.7]. Schienen mit langen Enddornen, Tarsen lang, Schildchen fehlend [Abb.8]. Kurz- oder langovale Arten mit geschlossenem Körperumriss.

   ...Zophosini Solier, 1834

ZOPHOSIS PUNCTATA
Abb.7
ZOPHOSIS PUNCTATA
Abb.8
-- Hinterhüften quer gestellt oder rund.

   ...3

 
#3 Vorderschienen mit langem spitzigen Endzahne und am Außenrande davor wenigstens mit einem Zahne [Abb.9] [Abb.10].

   ...Erodiini Billberg, 1820

ERODIUS FAROENSIS
Abb.9
ERODIUS FAROENSIS
Abb.10
-- Vorderschienen auf der Außenseite vor der Spitze ohne Zahn.

   ...4

 
#4 Flügeldecken mit echten Epipleuren (*). Beine sehr lang [Abb.11].

   ...Adesmiini


(*) Falsche Epipleuren sind der umgeschlagene, von einer Kante oder Linie begrenzte Seitenrand, der vorne in die Schulterecke einmündet; echte Epipleuren sind meist schmal innen von einer Linie begrenzt, dicht am äußersten Seitenrande der Flügeldecken; diese münden nicht in den Schulterwinkel, sondern an der Basis desselben. Es sind oft echte und falsche Epipleuren zugleich vorhanden.
ADESMIA ANTHRACINA
Abb.11
 
-- Flügeldecken ohne echte Epipleuren, falsche meistens vorhanden.

   ...5

 
#5 Fühler 11-gliederig, das Endglied meistens verjüngt. Hinterhüften quer.

   ...6

 
-- Fühler 10-gliederig, das Endglied zylindrisch, am Ende abgestutzt. Hinterhüften klein, rund. Die Episternen der Hinterbrust breit und oft nicht deutlich geschieden. Trochantinen der Mittelhüften fehlen. Habitus [Abb.12].

   ...Adelostomini

ADELOSTOMA SULCATUM
Abb.12
 
#6 Die quergefurchten Hinterhüften erreichen fast die Seiten der Hinterbrust, Episternen der letzteren schmal. Halsschild mit einfachem Seitenrand, oft verrundet Trochantinen der Mittelhüften fehlen.

   ...7

 
-- Die Hinterhüften sind nach außen dreieckig zugespitzt und sind weit vom Seitenrande der Hinterbrust entfernt, Episternen der letzteren breit. Trochantinen der Mittelhüften meistens deutlich vorhanden. Seitenrand des Halsschildes abgesetzt und aufgebogen, auf der Unterseite verflacht und von der Vorderbrust durch eine vollständige Längsfurche abgegrenzt. Endglied der Maxillartaster beilförmig. Habitus [Abb.13] [Abb.14] [Abb.15].

   ...Asidini Fleming, 1821

ASIDA PLANIPENNIS
Abb.13
ALPHASIDA HOLOSERICEA
Abb.14
ALPHASIDA GRANULIFERA
Abb.15
#7 Ungeflügelt, Hinterbrust kurz, kaum so lang wie das erste Sternit. Oberseite kahl, höchstens mit langen Tasthaaren; Fortsatz des ersten Sternites zwischen den Hinterhüften quer oder halbrund. Habitus [Abb.16] [Abb.17].

   ...Tentyriini Eschscholtz, 1831

DAILOGNATHA CARABOIDES
Abb.16
TENTYRIA BASALIS
Abb.17
-- Meist geflügelt; Hinterbrust lang, fast so lang als die zwei ersten Sternite. Oberseite oft anliegend behaart [Abb.18]; Fortsatz zwischen den Hinterhüften gegen die Hinterbrust zugespitzt.

   ...Epitragini

HIMATISMUS VILLOSUS
Abb.18
 
#8 Eine glänzende Gelenkhaut zwischen dem dritten und vierten Sternit fehlt und der Absatz zwischen dem 3. und 4. Sternit ist nicht viel höher als der zwischen dem 2. und 3..

   ...9

 
-- Eine glänzende Gelenkhaut zwischen dem dritten und vierten Abdominalsternit ist vorhanden und sichtbar. Manchmal schwer sichtbar, dann aber der Absatz zwischen dem 3. und 4. Sternit viel höher als der zwischen dem 2. und 3. [Abb.19].

   ...21


Dies ist ein wichtiges, aber manchmal schwer zu beurteilendes Merkmal. Im Zweifelsfall also beide Alternativen prüfen.
DIACLINA FAGI
Abb.19
 
#9 Kopf frei vorgestreckt, nicht unter dem Halsschilde verborgen.

   ...10

 
-- Kopf ganz unter dem halbkreisförmigen Halsschilde verborgen. Körper breit mit breit verflachten Seiten, ganz flach [Abb.20]. (Systematisch, wegen der fein behaarten Schienen und Tarsen, zu den Schlußfamilien gehörend, obwohl eine glänzende Gelenkhaut an den vorletzten Sterniten fehlt.) Siehe Subfamilie

   ...Cossyphinae

COSSYPHUS HOFFMANNSEGGI
Abb.20
 
#10 Vorderschienen linear, höchstens nach vorne etwas verbreitert, die Vorderbeine keine Grabbeine.

   ...11

 
-- Vorderschienen zur Spitze stark verbreitert, die Vorderbeine sind Grabbeine. Hinterbrust lang. Fortsatz des ersten Sternites zwischen den Hinterhüften gegen die Hinterbrust zugespitzt. Mittelhüften mit oder ohne Trochantinus. Unterfamilie Lachnogyinae

   ...19

 
#11 Trochantinen an den Mittelhüften sind nicht vorhanden. Unterfamilie Stenosinae.

   ...12

 
-- Trochantinen an der Außenseite der Mittelhüften vorhanden. Unterfamilie Sepidiinae.

   ...16

 
#12 Nicht in Europa, 1 Art im Amur-Gebiet. - Kopf klein, die Augen bis zum Vorderrande vom Halsschilde bedeckt. Fühler mit 3-gliederiger, gut abgesetzter Keule. Hinterhüften stark quer, bis zum Seitenrande reichend, die Episternen der Hinterbrust sehr schmal, vorletztes Sternit kaum schmäler als die umgebenden. Oberseite flach, mit grober, wulstiger Skulptur [Abb.21]. (Diese Charaktere beschreiben die Gattung Phellopsis Lec. (Pseudonosoderma Heyd.), welche in der paläarktischen Fauna im Amurgebiet vertreten ist.)

   ...Zopherini

PHELLOPSIS AMURENSI
Abb.21
 
-- Kopf meist groß, vorgestreckt, Fühler ohne abgesetzte Keule. Oberseite ohne grobe wulstige Skulptur.

   ...13

 
#13 Augen fehlen, Kopf ohne Halsabschnürung. Hinterhüften stark quer, fast den Seitenrand erreichend, vorletztes Sternit nicht kürzer als die umgebenden. Vorderhüften hinten offen, Vorderschienen mit zwei längeren Enddornen, wovon der äußere gebogen. Siehe Osphyoplesiini (diese Tribus zeigt am meisten Verwandtschaft mit den Borini, mit denen sie die offenen Gelenkgruben gemeinsam besitzt, entfernt sich aber durch nicht deutliche Trochantinen der Mittelhüften und einige andere wichtige Eigentümlichkeiten).

   ...42

 
-- Augen vorhanden. Kopf mit abgeschnürtem Halse. Hinterhüften kugelig oder kurz quer, vorletztes Sternit kürzer als die umgebenden, Vorderschienen ohne oder nur mit kurzen Enddornen.

   ...14

 
#14 Hinterbrust etwa von der Länge des ersten Abdominalsternites. Clypeus mit stumpfen oder abgerundeten Seitenwinkeln.

   ...15

 
-- Hinterbrust sehr verkürzt, die Hinterhüften den mittleren sehr genähert, kugelig und fast den Seitenrand berührend. Clypeus mit langen, spitzig vortretenden Seitenwinkeln. (*) Eine 16-21 mm große Art im Mittelmeergebiet [Abb.22].

   ...Elenophorini


(*) Die Wangen haben eine ganz singuläre Form, indem hinten der die Augen durchsetzende Fortsatz lappenartig eingeschnürt ist.
ELENOPHORUS COLLARIS
Abb.22
 
#15 Die Seitenecken des tiefen Kehlausschnittes lang, oft hornförmig. Die Fühler mit quadratischen oder queren Mittelgliedern [Abb.23] [Abb.24], das vorletzte Glied nicht verkürzt.

   ...Stenosini Lacordaire, 1859

STENOSIS INTRICATA
Abb.23
DICHILLUS PERTUSUS
Abb.24
-- Die Seitenecken des breiten Kehlausschnittes kurz, die Mundteile vollständig frei. Fühler lang und dünn, fadenförmig, die zwei letzten Glieder kürzer. Schenkel gekeult [Abb.25]. (Wenigstens die Flügeldecken mit Rippen.)

   ...Leptodini

LEPTODES RIMICOLA
Abb.25
 
#16 Hinterbrust kurz, zwischen den Hüften kürzer oder wenig länger als die Gelenkgruben der Mittelhüften.

   ...17

 
-- Hinterbrust lang, zwischen den Hüften doppelt oder dreifach länger als die Gelenkgruben der Mittelhüften. Körper lang und schmal. Diese hier folgenden drei Tribus gehören in den Kreis der mit weich behaarten Tarsen ausgestatteten Tenebrioninae, wovon sie ausnahmsweise durch die fehlende Gelenkhaut auf den zwei vorletzten Sterniten abweichen. Siehe Tribus Helopini, Osphyoplesiini und Borini.

   ...42

 
#17 Schildchen nicht vorhanden. Körper tomentiert und gehöckert [Abb.26].

   ...Sepidiini

SEPIDIUM KORAH
Abb.26
 
-- Schildchen vorhanden.

   ...18

 
#18 Flügeldecken mit echten (und falschen) Epipleuren. Große Arten umfassend. Habitus [Abb.27].

   ...Akidini Billberg, 1820

AKIS SPINOSA
Abb.27
 
-- Flügeldecken nur mit falschen Epipleuren. Körper schlank, Helops-artig gebaut.

   ...Apolitini

 
#19 Fühler von normaler Länge, schlank, ohne oder mit lose gegliederter Keule.

   ...20

 
-- Fühler nicht länger als der Kopf mit starker, 3-4gliederiger, kompakter, ovaler Keule. Mittelhüften mit und ohne Trochantinus. Turkestan und Transkaspien. Habitus [Abb.28] [Abb.29].

   ...Lachnodactylini

LACHNODACTYLUS DIGITATUS
Abb.28
NETUCHILIA HAUSERI
Abb.29
#20 Kopf groß, Augen klein, rund, Vorderschienen am Außenrande zähnchenartig gekerbt, erstes Glied der Tarsen verkürzt. Körper langgestreckt, linear [Abb.30]). - Tribus Klewariini. Nur Gattung

   ...Klewaria Reitt.

KLEWARIA COLYDIIFORMIS
Abb.30
 
-- Kopf klein [Abb.31] [Abb.32], Augen quer, Vorderschienen am Außenrande glattrandig, erstes Glied der hinteren vier Tarsen etwas länger als das zweite. Transkaspien und Turkestan. Tribus Lachnogyini. Hierher die Gattung

   ...Lachnogya Mén.

LACHNOGYA SQUAMOSA
Abb.31
LACHNOGYA SQUAMOSA
Abb.32
#21 Hintertarsen samt dem Klauengliede mit starren oder stacheligen Börstchen besetzt, meist gerinnt und oft mit langen Haarfransen versehen; auch die Schienen gewöhnlich mit rauher Oberseite. (Bei den ♂ sind die Vorder- und Mitteltarsen oft filzig behaart, daher die Hintertarsen beachten; auch hier ist der Unterschied zwischen Borsten und Haaren manchmal schwer zu erkennen. Gegebenfalls beide Leitzahlen verfolgen.)

   ...22

 
-- Die Tarsen unten fein weich behaart oder fast kahl, nicht beborstet. Schienen meist punktiert, ohne stachelige Erhabenheiten oder starre Borsten, kahl oder fein weich behaart, der Innenrand manchmal länger fein bewimpert. Vorderschienen zur Spitze niemals stark verbreitert (!).

   ...33

 
#22 Flügeldecken neben dem Marginalrande mit echten Epipleuren; auch falsche, die vorne in dem Schulterwinkel münden, meistens vorhanden, aber der Kopf niemals hängend (echte Epipleuren der Flügeldecken, aber einen herabhängenden Kopf und fein weich behaarte Tarsen besitzen die hinten folgenden Misolampini). Tarsen mit kurzen stacheligen Borsten besetzt. Große Formen. Unterfamilie Blaptinae.

   ...23

 
-- Flügeldecken ohne echte Epipleuren, meist sind unechte vorhanden, die seitlich die Decken begrenzen und oben in den Schulterwinkel einmünden; selten mit echten Epipleuren, aber die Fühler und Beine anders (also ohne oder nur mit feinen Borsten) gebildet oder der Kopf hängend. Kleine Formen gehören hierher.

   ...26

 
#23 Fühler unbewimpert, mit längerem Endgliede. Vorderschenkel mit kräftigem Zahne und meist kräftiger gebaut als die anderen [Abb.33]. Halsschild nur lose mit dem Hinterkörper artiuklierend.

   ...Scaurini Billberg, 1820

SCAURUS STRIATUS
Abb.33
 
-- Fühler mit Haaren bewimpert. Vorderschenkel selten mit einem Zahne. Halsschild inniger an den Hinterkörper angeschlossen.

   ...24

 
#24 Endglied der Fühler klein. Endglied der Maxillartaster nicht beilförmig. Basis des Halsschildes fast immer gerandet. Vordertarsen des ♂ nicht verbreitert. Habitus [Abb.34]. (*)

   ...Pimeliini Latreille, 1802


(*) Eine kurze Gelenkhaut an der Basis der Oberlippe ist oft unter dem etwas bogig gehobenen Clypeusrande zu sehen.
PIMELIA CRIBRA
Abb.34
 
-- Drei oder vier Endglieder der Fühler kürzer und mehr gerundet als die vorhergehenden, kugelig, matt. Endglied der Maxillartaster beilförmig. Basis des Halsschildes ungerandet.

   ...25

 
#25 Tarsen des ♂ nicht verbreitert. Mentum stark entwickelt. Vier Endglieder der Fühler rundlich und matt. (Eine kurze Gelenkhaut an der Basis der Oberlippe ist oft unter dem etwas bogig gehobenen Clypeusrande zu sehen). Habitus [Abb.35].

   ...Blaptini Leach, 1815

BLAPS MORTISAGA
Abb.35
 
-- Die Vorder- und oft auch die Mitteltarsen beim ♂ mehr weniger verbreitert und unten bebürstet. Mentum schwächer entwickelt. Drei Endglieder der Fühler gerundet und matt. Basis der Oberlippe mit sichtbarer Gelenkhaut. Habitus [Abb.36].

   ...Platyscelini

PLATYSCELIS STRIATA
Abb.36
 
#26 Kopfschild vorne in der Mitte mit tiefem halbkreisförmigen Ausschnitte, dieser nicht die ganze Breite des Vorderrandes einnehmend.

   ...27

 
-- Kopfschild vorne abgestutzt, abgerundet oder flach und breit bis zum Seitenrande ausgebuchtet, ohne tiefen halbkreisförmigen Ausschnitt in der Mitte. (Schienen mit kurzen abstehenden Börstchen oder feinen Dörnchen besetzt, dadurch mehr weniger rauh; Tarsen auf der Unterseite abstehend bewimpert oder stachelig mit starren Börstchen besetzt oder kahl. Vorderschienen zur Spitze oft stark verbreitert).

   ...29

 
#27 Das drittletzte Glied der Tarsen ist höchstens herzförmig verbreitert, aber nicht gelappt und das vorletzte einfach, nicht im gelappten eingeschlossen.

   ...28

 
-- Tarsen etwas verbreitert, unten dicht und fein, weich behaart (*) das drittletzte tief gelappt, das vorletzte sehr klein und im Ausschnitte des vorhergehenden versenkt. Flügeldecken neben dem äußersten Seitenrande mit sehr schmalen, aber ausgebildeten Epipleuren. Siehe Unterfamilie Heterostominae unter    >>>35
(*) Gehört deshalb als Subfamilie in den Verwandtschaftskreis der echten Tenebrioniden.
 
#28 Vordertarsen des ♂ mehr weniger deutlich erweitert und unten bebürstet. Habitus [Abb.37] [Abb.38].

   ...Pedinini Eschscholtz, 1829

PEDINUS FEMORALIS
Abb.37
PHYLAN GIBBUS
Abb.38
-- Vordertarsen sowie die hinteren beim ♂ und ♀ nicht erweitert und unten nicht bebürstet. Habitus [Abb.39].

   ...Opatrini Brullé, 1832

OPATRUM RIPARIUM
Abb.39
 
#29 Alle Beine sind verbreiterte Grabbeine, die vordersten schwächer entwickelt, die hinteren vier Schenkel verdickt, die Schienen sehr rauh, zur Spitze verbreitert, die Tarsen kurz, ringsum stachelig beborstet, Klauen sehr klein. Clypeusrand mit zwei tiefen Querrinnen. Körper Aphodius-artig gebaut [Abb.40]. Unterfamilie Diaperinae, Tribus Trachyscelini Blanchard, 1845.
In Europa nur eine Gattung mit 1 Art

   ...Trachyscelis Latreille, 1809

TRACHYSCELIS APHODIOIDES
Abb.40
 
-- Höchstens die Vorderbeine sind stark verbreiterte Grabbeine. Fühler, Tarsen und Klauen von normaler Form und Länge. Clypeusrand ohne Querrinnen.

   ...30

 
#30 Erstes Glied der Vordertarsen länglich, am Ende oft nach innen erweitert, erstes Glied der Hintertarsen sehr lang; Vorderschienen zur Spitze normal, nicht auffällig verbreitert, Vorderbeine keine Grabbeine. Halsschild stark entwickelt, an der Basis gerade, so breit wie die Flügeldecken [Abb.41]. Hinterhüften etwas schräg gestellt. Vorderrand des Prosternums mit einigen langen Haaren bewimpert, bei Oochrotus [Abb.42] die Mitte des Prosternums abstehend behaart. Oberseite meistens fein behaart. Unterfamilie Diaperinae, Tribus

   ...Crypticini Brullé, 1832

CRYPTICUS QUISQUILIUS
Abb.41
OOCHROTUS UNICOLOR
Abb.42
-- Erstes Glied der Vordertarsen kurz, kaum länger als das nächste, Vorderschienen zur Spitze stark, meist gerundet erweitert, daher mehr weniger Grabbeine, der Tarsus innen an der Vorderrandkante eingefügt, seine Beweglichkeit dorsal ermöglicht, wozu die Vorderschienen hinter der Tarsaleinlenkung meistens einen Längseindruck besitzen.

   ...31

 
#31 Basis des Halsschildes gerade oder flach gerundet, vor derselben jederseits mit einem Punktgrübchen oder einem kurzen Basalstrichel. Vorderschienen zur Spitze stark gerundet erweitert.

   ...32

 
-- Basis des Halsschildes zweibuchtig, vor demselben ohne Basalstrichelchen, die Scheibe vorne beim ♂ mit einem Eindrucke [Abb.43]; Vorderschienen zur Spitze erweitert und an derselben gezähnelt, an der Spitze mit kurzer dorsaler Tarsalrinne. Stirn zwischen den Augen mit einer Querfurche. Tribus Ulomini.
Nur die Gattung

   ...Uloma

ULOMA CULINARIS
Abb.43
 
#32 Zwischen Oberlippe und dem Clypeus mit deutlicher Gelenkhaut, Prosternum mit einzelnen abstehenden Haaren, Halsschild nach vorne stärker verengt [Abb.44]. Mit rudimentären Flügeln. Unterfamilie Diaperinae, Tribus

   ...Phaleriini Blanchard, 1845

PHALERIA CADAVERINA
Abb.44
 
-- Zwischen Oberlippe und dem Clypeus keine deutliche Gelenkhaut, Prosternum ohne abstehende Behaarung, Halsschild vorne am breitesten, zur Basis stärker verengt. Spitze des hornigen Pygidiums frei. Geflügelt. (*)

   ...Cataphronetini


(*) Die Verwandtschaft von Cataphronetis mit Phaleria ist bei Verfolgung der einzelnen Organe so groß, daß sie selbst den Phaleriini zugezählt werden könnte. Sie wurde bisher an falscher Stelle gegeben.
 
#33 Kopf ganz unter dem halbkreisförmigen Halsschilde verborgen. Körper breit und ganz flach mit breit verflachten Seitenrändern [Abb.20]. Unterfamilie Cossyphinae. Hierher eine Tribus in der europäischen Fauna.

   ...Cossyphini Latreille, 1802

COSSYPHUS HOFFMANNSEGGI
Abb.20
 
-- Kopf frei, nicht unter dem Halsschilde verborgen, sondern vorgestreckt, selten hängend.

   ...34

 
#34 Seitenrand des Halsschildes gekantet, aber ohne Randleiste, gekerbt oder gezähnt [Abb.45] [Abb.46]; die Schienen oft mit Längsleisten. Unterfamilie Bolitophaginae. Bei uns nur eine Tribus

   ...Bolitophagini Kirby, 1837

BOLITOPHAGUS RETICULATUS
Abb.45
ELEDONA AGARICOLA
Abb.46
-- Seitenrand des Halsschildes ungekerbt und ungezähnt, manchmal verrundet, andernfalls mit Randleiste.

   ...35

 
#35 Das drittletzte Tarsenglied tief lappig ausgeschnitten, das vorletzte sehr klein und im Ausschnitte des vorhergehenden versenkt. Clypeus in der Mitte tief ausgerandet. Unterfamilie Heterotarsinae. In der paläarktischen Fauna nur ein Tribus mit 2 Gattungen die in China und Japan vertreten sind. (*)

   ...Heterotarsini


(*) Es gibt einige exotische Gattungen mit gelapptem vorletzten (nicht drittletzten) Glied.
 
-- Tarsen einfach gebildet, das vorletzte Tarsenglied nicht in einem Ausschnitte des vorhergehenden eingeschlossen. Clypeus ohne tiefe Ausrandung in der Mitte.

   ...36


 
#36 Die Flügeldecken am Ende gerundet abgestutzt, sie lassen das hornige Pygidium frei [Abb.47]. Das Prosternum von den Seitenstücken der Vorderbrust durch keine Trennungsnaht begrenzt. Die letzten drei Abdominalsternite jederseits mit tiefer Längsfurche. Körper lang, schmal und kahl [Abb.48]. Oberlippe an der Basis mit sichtbarer Gelenkhaut. Trochantinen der Mittelhüften fehlen. Unterfamilie Hypophloeinae(!) sensu Reitter. In unserer Fauna nur eine Tribus vertreten. Unterfamilie Diaperinae, Tribus

   ...Hypophlaeini Billberg, 1820

CORTICEUS FASCIATUS
Abb.47
CORTICEUS UNICOLOR
Abb.48
-- Die Flügeldecken bedecken das meist häutige Pygidium vollständig. Die Abdominalsternite ohne Seitenfurchen, aber oft mit flachen Seitengruben. Das Prosternum ist in der Regel von den Seitenteilen der Vorderbrust durch eine Trennungsnaht begrenzt (sie fehlt noch bei Laena und einigen anderen Gattungen).

   ...37

 
#37 Oberlippe an der Basis ohne deutliche, glänzende Gelenkhaut [Abb.49].

   ...38

DIACLINA FAGI
Abb.49
 
-- Oberlippe an der Basis mit einer glänzenden Gelenkhaut. Trochantinen der Mittelhüften meistens vorhanden.

   ...49

 
#38 Hinterbrust lang, viel länger als die Gelenkgruben der Mittelhüften.

   ...39

 
-- Hinterbrust kurz, zwischen den Hüften kürzer oder kaum länger als die Gelenkgruben der Mittelhüften. (Endglied der Fühler (gemeint: Taster ?) beilförmig.)

   ...46

 
#39 Kopf bis zu den Augen in den Halsschild eingezogen. Vorderbeine nicht stärker entwickelt als die hinteren. Trochantinen der Mittelhüften nicht sichtbar. Körper klein oder ziemlich klein, parallel. Unterfamilie Triboliinae.

   ...40

 
-- Augen vom Vorderrande des Halsschildes entfernt stehend, selten fehlend, die verengten Schläfen sichtbar, Vorderbeine oft stärker entwickelt als die anderen. Trochantinen der Mittelhüften vorhanden.

   ...42

 
#40 Halsschild herzförmig mit zwei Basalgrübchen, Flügeldecken mit falschen und echten Epipleuren und einer dorsalen, von den Schultern ausgehenden Rippe. Clypeus seitlich durch eine tiefe Einbuchtung begrenzt; eine Gelenkhaut der Oberlippe ist manchmal sichtbar. Fühler schlank und deutlich bewimpert. Körper ganz flach gedrückt. Tribus Doliemini. Paläarktisch nur 1 Art auf dem Balkan in der Gattung

   ...Doliema

 
-- Halsschild nicht herzförmig, Flügeldecken mit falschen, oft gefurchten Epipleuren, Clypeus seitlich mit den Wangen verrundet. Fühler manchmal mit einer Keule. Körper deutlich gewölbt.

   ...41

 
#41 Basis des Halsschildes gerade oder nur leicht doppelbuchtig [Abb.50].

   ...Triboliini Mulsant, 1854

TRIBOLIUM CONFUSUM
Abb.50
 
-- Basis des Halsschildes stark doppelbuchtig [Abb.51].

   ...Alphitobiini Reitter, 1917

ALPHITOBIUS DIAPERINUS
Abb.51
 
#42 Eine Gelenkhaut zwischen den zwei vorletzten Abdominalsterniten fehlt.

   ...43

 
-- Eine Gelenkhaut zwischen den zwei vorletzten Abdominalsterniten ist vorhanden. Unterfamilie Tenebrioninae.

   ...45

 
#43 Die Gelenkgruben der Vorderhüften hinten geschlossen. Halsschild mit schwachkantigem Seitenrande. Unterfamilie Belopinae. Hierher zwei Gattungen: Belopus Gebien und Boromorphus [Abb.52] (bei den kleinen Boromorphus-Arten ist ein Trochantinus kaum erkennbar).

   ...Belopini Reitter, 1917

BOROMORPHUS TAGENIOIDES
Abb.52
 
-- Die Gelenkgruben der Vorderhüften hinten offen. Halsschild seitlich verrundet, manchmal in der Rundung mit feiner Scheidelinie. Oberlippe meistens an der Basis mit sichtbarer Gelenkhaut. Bei Reitter noch Unterfamilien der Tenebrionidae, heute ausgegliedert..

   ...44

 
#44 Augen fehlen. Mittelhüften seitlich mit kleinem Schlitz und undeutlichen Trochantinen. Fühler ohne abgesetzte Keule. Halsschild lang herzförmig, Flügeldecken ohne Punktreihen, Vorderschienen mit langen kurzen Enddornen. Vorderhüften durch einen kleinen Prosternalfortsatz deutlich getrennt. Körper klein, parallel, gelb, kräftig punktiert und kurz schräg abstehend behaart. Die Gattung wurde in die Familie Pythidae gestellt.

   ...Osphyoplesius

 
-- Augen vorhanden. Mittelhüften mit deutlichen Trochantinen. Fühler mit abgesetzter Keule. Flügeldecken mit Punktreihen, Vorderschienen mit sehr kurzen Enddornen. Vorderhüften durch einen schmalen Prosternalfortsatz geschieden. Körper groß, lang, fast kahl [Abb.53]. Familie

   ...Boridae

BOROS SCHNEIDERI.GIF
Abb.53
 
#45 Spitzenrand aller Schienen innen beim ♀ mit kleinem, beim ♂ mit grossem, goldgelben Tomentpolster, ohne Endsporne; alle Tarsen unten dicht gelb tomentiert. Prosternum breit, dick gerandet, so breit als die Vorderhüften, die Spitze etwas über den Hinterrand der Vorderbrust verlängert und hier an diese flach angelegt.

   ...45a

 
-- Spitzenrand aller Schienen ohne gelbes Tomentpolster, oft aber beim ♂ die Vorderschienen innen dicht behaart, stets mit Endspornen; Tarsen nur einfach kurz und spärlich behaart. Habitus [Abb.54].

   ...Tenebrionini Latreille, 1802

TENEBRIO MOLITOR
Abb.54
 
#45a Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, gewölbt, mit stumpfem, verrundetem Seitenrande, daselbst nur mit feiner Randlinie, welche von obenher nicht sichtbar ist.[Abb.55].

   ...Upini

UPIS CERAMBOIDES
Abb.55
 
-- Halsschild flach gewölbt, mit scharf gekantetem Seitenrand und gleichzeitig von obenher sichtbaren Seitenrandlinien [Abb.56].

   ...Menephilini

MENEPHILUS CYLINDRICUS
Abb.56
 
#46 Halsschild mit scharfkantigem, von oben übersehbarem Seitenrande, Flügeldecken mit Schulterwinkeln, die Kehle tief quergefurcht, Clypeallinie tief eingerissen, Schenkel einfach. Unterfamilie Coelometopinae. Bei uns nur eine Gattung mit 1 Art vertreten [Abb.57].

   ...Coelometopus Solier, 1848

COELOMETOPUS CLYPEATUS
Abb.57
 
-- Halsschild an den Seiten verrundet, ungekantet, oft nur mit feiner Randlinie am Abfalle markiert, Flügeldecken oval mit verrundeten Schultern und echten Epipleuren; Schenkel meistens gekeult und oft die vordersten oder alle gezähnt. Fühler schlank.

   ...47

 
#47 Vorderbrust lang, so lang oder länger als die Gelenkhöhlen der Vorderhüften. Kopf gerade vorgestreckt; Schenkel gekeult. Unterfamilie Laeninae.

   ...48

 
-- Vorderbrust sehr kurz, bis nahe an die Hüften reichend, kaum halbso lang als die Gelenkgruben der Vorderhüften, Kopf deshalb geneigt, Schenkel beim ♂ gekeult, beim ♂ einfach; Vorderbeine oder Vorderschienen beim ♂ in verschiedener Weise ausgezeichnet. Unterfamilie Micrantereinae. Hierher die nordostafrikanischen Arten der Gattung Micrantereus Sol. und Helopinus Sol.

   ...Micrantereini

 
#48 Augen normal, quer, von den Wangen bis zur Mitte durchsetzt. Basalglieder der Fühler kahl. Halsschild an die Flügeldecken angeschlossen [Abb.58]. Vorderschenkel mit einem Zahne; Vordertarsen des ♂ einfach. (1922 in der Helopinen-Bearbeitung zu den Helopinae gestellt) Japan und O.Sibirien.

   ...Misolampidiini

MISOLAMPIDIUS RUGIPENNEIS
Abb.58
 
-- Augen klein, rund, Kopf mit langen parallelen Wangen; Fühler behaart und bewimpert; Halsschild nicht ganz an die Flügeldecken angeschlossen [Abb.59], Vorderbrust reichlich doppelt länger als die kleinen Vorderhüften, die Steitenstücke durch keine Naht gesondert; Schenkel oft gezähnt; Vordertarsen des ♂ schwach erweitert.

   ...Laenini Seidlitz, 1896

LAENA VIENNENSIS
Abb.59
 
#49 Halsschild quer-herzförmig mit zwei Basalgrübchen, Körper ganz abgeflacht ; Trochantinen der Mittelhüften fehlen. Siehe Tribus Doliemini LZ    >>>40
 
-- Halsschild selten etwas herzförmig, ohne Basalgrübchen, Körper mehr oder weniger gewölbt. Trochantinen der Mittelhüften stets vorhanden (nur bei den blinden Osphyoplesiini fehlend).

   ...50

 
#50 Eine Gelenkhaut der zwei vorletzten Abdominalsegmente fehlt. (Dieses Merkmal wurde eigentlich schon vorher bei LZ    >>>21 ausgeschieden, aber aufgrund der manchmal schwierigen Sichtbarkeit noch einmal wiederholt.) Gelenkhöhlen der Vorderhüften hinten offen. Siehe ehemalige Triben Borini und Osphyoplesiini LZ

   ...44

 
-- Eine Gelenkhaut der zwei vorletzten Abdominalsternite stets vorhanden. Die Gelenkhöhlen der Vorderhüften auch hinten geschlossen.

   ...51

 
#51 Erstes Glied der Hintertarsen kurz, das Klauenglied lang. Vordertarsen des ♂ nicht erweitert. Endglied der Maxillartaster zylindrisch. Fühler mit queren, breiten Mittelgliedern oder einer Keule [Abb.60]. Vorderbrust bis an die Vorderhüften ausgerandet. Einige Triben der Unterfamilie

   ...Diaperinae Latreille, 1802

DIAPERIS BOLETI
Abb.60
 
-- Erstes Glied der Hintertarsen verlängert, ungefähr von der Länge des Klauengliedes, Endglied der Maxillartaster beilförmig. Fühler selten mit queren Mittelgliedern, ohne abgesetzte Keule.

   ...52

 
#52 Die plattenförmigen dünnen Wangen durchsetzen vorne die Augen bis etwa zur Mitte. Vordertarsen beim ♂ nicht erweitert. Fühler mit einfachem Endglied.

   ...53

 
-- Die stumpferen Wangen vor den Augen reichen bis zum Vorderrande der letzteren, die sie gar nicht oder sehr wenig einengen. Fühler schlank, ohne abgesetzte Keule, mit etwas schräg aufsitzendem, meist größerem Endgliede, dessen eine Breitseite stärker gerundet ist als die andere. Unterfamilie Helopinae

   ...55


Der alternative Schlüssel der Unterfamilie Helopinae von 1922 mit etwas anderer Gruppierung (die Apocryphini werden dort ausgeschlossen).

   ...58

 
#53 Kopf vorgestreckt. Vorderbrust vor den Hüften so lang wie die Gelenkhöhlen der Vorderbeine oder länger, Hinterbrust lang. Schildchen vorhanden, echte Epipleuren fehlen.

   ...54

 
-- Kopf vertikal nach abwärts geneigt [Abb.61]. Vorder- und Hinterbrust sehr kurz, Schildchen nicht sichtbar [Abb.62]. Flügeldecken meistens mit echten Epipleuren. Unterfamilie Misolampinae. Hieher zwei Gattungen des westlichen Mittelmeerbeckens.

   ...Misolampini

MISOLAMPUS LUSITANICUS
Abb.61
MISOLAMPUS ERICHSONI
Abb.62
#54 Halsschild mit scharf gerandeten Seiten, von der Basis nach vorne verengt, doppelbuchtig. Köper oval [Abb.63].

   ...DIAPERINAE Latreille, 1802


Bei Reitter noch Tribus Platydemini der Unterfamilie Platydeminae.
PLATYDEMA VIOLACEA
Abb.63
 
-- Halsschild fast zylindrisch, viel schmäler als die Flügeldecken, die Seiten verrundet, nur mit feiner Randungslinie. Körper langgestreckt parallel, Tenebrio-ähnlich. Unterfamilie Strongyliinae. Hierher die in der paläarktischen Region vorkommende Tribus *) (Strongyliini )

   ...Stenochiini Kirby, 1837


*) Zuercheria gehört zu den Strongyliini, die sich von den Helopiden durch einfache Vordertarsen beim ♂ unterscheiden. Zuercheria sulcipennis Reitt. = Stenochia saracena Reiche. Die Gattung Stenochia Kirby erscheint als Synonym bei Strongylium und ist auf brasilianische Arten gegründet, wozu Zuercheria wohl nicht gehören dürfte. Unter Strongylium sind mehrere gute Gattungen vereinigt, weshalb Reitter Zuercheria vorläufig aufrecht erhält, da sie von den zwei Dutzend Strongylium-Formen, die er der Güte Gebiens verdankte, sehr wesentlich abweicht. Eine der zwei Arten hat sogar, bei sehr naher Verwandtschaft, Stachelborsten an den Tarsen.
 
#55 Vordertarsen des ♂ nicht erweitert. Schenkel sehr stark zur Spitze gekeult oder die vordersten mit einem Zahne.

   ...56

 
-- Vorder- und meist auch die Mitteltarsen beim ♂ mehr weniger stark erweitert; Schenkel ungezähnt, Flügeldecken mit falschen Epipleuren.

   ...57

 
#56 Kopf klein, Halsschild nach vorne verengt, Flügeldecken kurz [Abb.64], mit breiten, falschen Epipleuren; Vorderbrust bis zu den Vorderhüften ausgeschnitten, Hinterbrust sehr kurz. Vorderschenkel mit einem Zahne. Mittelhüften mit Trochantinen. Tribus Enoplopini (bzw. Subtribus Enoplopina bei Reitter (1922)). Nur Gattung

   ...Enoplopus

ENOPLOPUS REITTERI
Abb.64
 
-- Kopf von der Breite des kugelig eiförmigen Halsschildes, dieses ohne Randkante, von den elliptischen Flügeldecken abstehend, letztere ohne echte oder unechte Epipleuren, Vorderbrust viel länger als die Gelenkhöhlen der Vorderhüften; Hinterbrust ziemlich kurz, alle Schenkel zur Spitze stark gekeult. Mittelhüften ohne Trochantinen. Körper Formicomus-ähnlich, mit einzelnen langen Haaren besetzt.

   ...Apocryphini

 
#57 Hinterbrust kurz, zwischen den Hüften nur höchstens so lang wie die Gelenkhöhlen der Mittelhüften. Flügeldecken manchmal mit einer Schulterecke, aber ohne Schulterbeule [Abb.65]. Körper ungeflügelt.

   ...Helopini Latreille, 1802

HELOPS ROSSII
Abb.65
 
-- Hinterbrust lang, zwischen den Hüften doppelt so lang wie die Gelenkhöhlen der Mittelhüften. Halsschild ziemlich viereckig, viel schmäler als die Flügeldecken, letztere mit vorragenden Schulterbeulen. Körper geflügelt. Nach Reitter (1922) Subtribus Nephodina des Tribus

   ...Helopini Latreille, 1802

 
#58 Trochanteren der 4 Hinterschenkel rudimentär, sehr kIein oval, an der Hinterseite der Schenkel befindlich und die Schenkelbasis nicht einengend.*) Arten aus dem Fernen Osten (Japan, Ostsibirien).

   ...Misolampidini


*) In der der Bestimmungstabelle folgenden Liste taucht der Tribus nicht mehr auf. Die namensgebende Gattung Misolampidius wird von Reitter (1922) im Tribus Stenophanini abgehandelt. Siehe LZ    >>>59
 
-- Trochanteren der 4 hinteren Schenkel dreieckig, normal, dorsal gelegen und die Schenkelbasis zur Hälfte einengend.

   ...59

 
#59 Clypeus ohne Gelenkhaut. Hinterbrust kurz. (Schläfen lang, etwa so lang wie der Vorderkopf von den Augen bis zum Clypeusrande. Halsschild an den Seiten walzig verrundet, daselbst höchstens mit feiner Scheidungslinie, dagegen die Basis breit gerandet. Flügeldecken gewölbt, mit abgerundeten Schultern, lang oval oder eiförmig. Mittelhüften ziemlich, Hinterhüften weit auseinandergerückt.) Körper schwarz, an Tentyria- und Mesostena~Arten erinnernd. Arten aus Ostsibirien, Japan und Indien.

   ...Stenophanini

 
-- Clypeus mit einer gelben, glänzenden Gelenkhaut am Vorderrande. (Schläfen viel kürzer als der Vorderkopf von den Augen zum Clypeusrande, oft bis zu den Augen in dem Halsschild eingezogen, dieser mit gekantetem Seitenrande *), alle Hüften mässig oder stark genähert.) Habitus anders [Abb.65].

   ...Helopini Latreille, 1802



*) Stenomacidius pilosulus Kr. bildet eine Ausnahme.
HELOPS ROSSII
Abb.65
 
  Adelostomini
Adesmiini
Akidini
Alleculinae
Alphitobiini
Apocryphini
Apolitini
Asidini
Belopini
Blaptini
Bolitophagini
Boridae
Cataphronetini
Coelometopus
Cossyphinae
Cossyphini
Crypticini
DIAPERINAE
Diaperinae
Doliema
Elenophorini
Enoplopus
Epitragini
Erodiini
Helopini
Heterotarsini
Hypophlaeini
Klewaria
Lachnodactylini
Lachnogya
Laenini
Lagriina
Leptodini
Menephilini
Micrantereini
Misolampidiini
Misolampidini
Misolampini
Myrmechixenus
Opatrini
Osphyoplesius
Pedinini
Phaleriini
Pimeliini
Platyscelini
Scaurini
Sepidiini
Stenochiini
Stenophanini
Stenosini
Tenebrionini
Tentyriini
Trachyscelis
Triboliini
Uloma
Upini
Zopherini
Zophosini
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Erstellt am: 05.08.2009
Letzte Aktualisierung: 26.02.2017 - 14:58:06