Gattung Coeliodes Schönh. Coleoptera - Curculionidae - Ceutorhynchinae - Ceutorhynchini
  Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse) Bitte Fehler und Ergänzungen an mailbox@lompe.de senden
  Fühlergeißel 7-gliedrig; Mittelbrust mit tiefer, scharf begrenzter Rüsselfurche. Körbchen der Mittel- und Hinterschienen langgestreckt, so daß der Schienenaußenrand vor seinem Ende einen zähnchenartigen Haarzipfel und dahinter eine kräftige Bedornung aufweist [Abb.1]. Die überwiegend roten oder braunroten Arten, deren Fühler und Beine ganz oder größtenteils rot sind, sind durch ihre Farbe leicht kenntlich. Sie leben auf Gesträuch, die Larvenentwicklung findet wahrscheinlich in den Knospen der Standpflanzen statt, die von den zeitig aus der Überwinterung erscheinenden Käfern befallen werden. Die Ende VI-VII erscheinenden Jungkäfer gehen schon nach kurzem Aufenthalt auf den Büschen ins Winterlager. 11 Arten inEuropa.
COELIODES RUBER
Abb.1
 
  Mir unbekannt sind 2 weitere Arten:
Griechenland, Türkei.

   ...aequabilis Schultze, 1898


Italien.

   ...angulipennis F. Solari, 1940

 
#1 Beule am Flügeldeckenabsturz flach gehöckert, ohne Raspelkörner [Abb.2]. Vorderhälfte der Flügeldecken, den Nahtzwischenraum ausgenommen, ohne helle Beschuppung; die +/- gewölbten, glänzenderen Zwischenräume dort fein dunkel behaart. Flügeldecken auf der Hinterhälfte weiß beschuppt, die lockere Beschuppung bildet keine Querbinden. Schwarz, Flügeldecken und Beine rot oder rotbraun. An Birken. Untergattung Coeliodinus Wagner.

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COELIODES NIGRITARSIS
Abb.2
 
-- Flügeldeckenabsturz mit deutlicher, fein und spitz gehöckerter Beule [Abb.3]. Flügeldecken auch auf der Vorderhälfte auf den gewöhnlich flachen Zwischenräumen mit hellen Schuppen, die meistens querbindenartig verdichtet sind. Rüssel oft rot. An Eichen. Untergattung Coeliodes s.str..

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COELIODES TRANSVERSEALBOFASCIATUS
Abb.3
 
#3 Halsschildvorderrand und Flügeldecken rot oder rotbraun [Abb.4], manchmal auch der Halsschild umfangreicher rot. Halsschildbasis und -Seiten sowie ein Schildchenfleck weiß beschuppt. Die lockeren Schuppen auf der Flügeldeckenhinterhälfte bilden auf den ungeraden Zwischenräumen eine einfache, auf den geraden Zwischenräumen eine 1- bis 3-fache Reihe. Penis [Abb.5]. ♀ ohne Längskiel auf dem Pygidium, allenfalls mit einem kleinen Körnchen. 2-2,7 mm. In Europa weit verbreitet; in Mitteleuropa überall nicht selten: auf Betula alba, in den Alpen auch auf B. nana. Larvenentwicklung in den ♀ Kätzchen..

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...rubicundus (Hbst., 1795)

COELIODES RUBICUNDUS
Abb.4
COELIODES RUBICUNDUS.GIF
Abb.5
-- - Dem Vorigen ähnlich, aber etwas größer und im ganzen etwas dunkler. Halsschild schwarz, Flügeldecken braunrot, Basis und Naht oft verdunkelt, Beine oft dunkler und die Tarsen fast schwarz, gegen die helleren Schienen abstechend [Abb.6]. Flügeldeckenzwischenräume etwas flacher, die ungeraden Zwischenräume in der Hinterhälfte mit 1-2, die geraden mit 2-4 Reihen heller Schuppenhaare. Penis [Abb.7]. ♀: Pygidium mit scharfem Längskiel. 2,7-3 mm. Nord- und Mitteleuropa; vorwiegend in Hochmooren höherer Lagen an Betula pubescens; in Mitteleuropa verstreut und selten, doch bei gezielter Suche an geeigneten Standorten auch in der Tiefebene, von wo kaum Funde vorliegen, als weiter verbreitet nachzuweisen.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...nigritarsis Hartm., 1895

COELIODES NIGRITARSIS
Abb.6
COELIODES NIGRITARSIS.GIF
Abb.7
#4 Halsschild mit einem Seitenhöcker, der bei Ansicht schräg von hinten stets gut erkennbar ist [Abb.8]. Ganz rot oder rotbraun, helle Flügeldeckenbeschuppung oft reduziert, bei intakter Zeichnung bilden die auf jedem Zwischenraum in 3-4 Längsreihen stehenden Schuppen schmale Querbinden: eine bogenförmig zum Schildchen gerichtete Binde vorn, eine fast gerade etwas hinter der Mitte und eine diffuse und breitere Binde vor der Spitze [Abb.9] [Abb.10]. Schenkel äußerst fein gezähnt. ♂: 2. Bauchsternit mit einer dunkel behaarten Grube, die in der umgebenden hellen Behaarung gut sichtbar ist. 2,8-3,3 mm. In ganz Europa, bei uns verbreitet und nicht selten auf Eichengebüsch. (cinctus (Geoffr.), erythroleusus Gmel.)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...transversealbofasciatus (Goeze, 1777)

COELIODES TRANSVERSEALBOFASCIATUS
Abb.8
COELIODES TRANSVERSEALBOFASCIATUS2
Abb.9
COELIODES TRANSVERSEALBOFASCIATUS
Abb.10
 
-- Halsschild ohne vorspringenden Seitenhöcker, gleichmäßig gewölbt [Abb.11].

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COELIODES RANA
Abb.11
 
#5 Schenkel ungezähnt, Rüssel oft ganz schwarz.

   ...6

 
-- Mittel- und Hinterschenkel mit feinem, besonders an den Hinterschenkeln deutlichem Zähnchen oder einem zähnchenähnlichen Schuppenbüschel [Abb.12]. Rüssel ganz oder wenigstens teilweise rot.

   ...7

COELIODES TRIFASCIATUS
Abb.12
 
#6 Rüssel vor allem an der Basis längsgerieft, ganz schwarz, und dadurch von allen folgenden Arten verschieden [Abb.13]. Rostrot, Unterseite schwarz, Halsschild manchmal, Flügeldeckenbasis oft und die Naht stets umfangreich geschwärzt. Halsschild mit breiter heller Seitenbinde und schmaler Mittelbinde. Flügeldecken mit 3 queren gelblichweißen Schuppenbinden [Abb.14]. ♂: 2. Sternit mit einer Grube, deren Hinterrand viel dichter weiß beschuppt ist als der übrige Hinterleib. Penis [Abb.15]. 2,1-2,7 mm. Ganz Europa; in Mitteleuropa wohl überall nicht selten. (quercus (F.), dryados Gmel.).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...rana (Fabricius, 1787)

COELIODES RANA
Abb.13
COELIODES RANA
Abb.14
COELIODES DRYADOS.GIF
Abb.15
-- Rüssel rot, glänzend, fast ungerieft, nur an der Spitze kurz geschwärzt. Oberseite rostrot, Flügeldeckennaht manchmal geschwärzt. Halsschildseiten umfangreich hell beschuppt. Flügeldecken mit 3 schlecht abgegrenzten breiten Querbinden. Unterseite schwarz, Analsegment im Gegensatz zu rana hell. ♂: 2. Sternit mit einer Längsgrube, an deren Ende jederseits ein heller Schuppenfleck steht. Penis [Abb.16]. 1,8-2 mm. Mittelmeergebiet, Westeuropa, in Frankreich nordöstlich bis zu den Vogesen. In Mitteleuropa bisher nur aus dem Nahetal bekannt. Im Süden meistens auf Quercus ilex, nach Norden hin auf Quercus pedunculata.

   ...ilicis Bedel, 1885

COELIODES ILICIS.GIF
Abb.16
 
#7 Größer: 2,8-3,5 mm. Rüssel schwarz, sein Spitzendrittel rot, seltener (meist ♀) ganz rotbraun. Im Bereich der Flügeldeckenquerbinden liegen 4-6 Schuppen auf einem Zwischenraum nebeneinander, die Binden erscheinen dadurch dicht beschuppt; die Flächen zwischen den Binden können oft, besonders an den Seiten, ebenso hell und dicht beschuppt sein [Abb.17]. Rotbraun, Halsschildscheibe, Schulterbeule, Naht und Spitzenhöcker oft geschwärzt. ♂: Die flache Bauchgrube läuft auf dem 2. Sternit in eine Spitze aus, sie ist von gleichmäßiger weißer Beschuppung umgeben. Penis [Abb.18]. Europa, Nordafrika; in Mitteleuropa wohl überall, doch nicht gerade häufig.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...ruber (Marsh., 1802)

COELIODES RUBER
Abb.17
COELIODES RUBER.GIF
Abb.18
-- Kleinere Arten von 2,5-3 mm. Rüssel rot, allenfalls die Spitze kurz geschwärzt [Abb.19]. Die helle Beschuppung der Flügeldeckenbinden läßt sich auf 2-3 ungeordnete Längsreihen auf jedem Zwischenraum zurückführen. Rostrot, allenfalls die Flügeldeckennaht vorn angedunkelt.

   ...8

COELIODES TRIFASCIATUS
Abb.19
 
#8 Die inneren 5 Zwischenräume der Flügeldecken an der Basis gleichartig weiß beschuppt. Penis viel schmaler als bei trifasciatus (ähnlich [Abb.5]). 2,4-2,7 mm. Süditalien, Sizilien; in Mitteleuropa in der Slowakei, hier auf Quercus cerris.

   ...siculus Schultze, 1901

COELIODES RUBICUNDUS.GIF
Abb.5
 
-- An der Basis der Flügeldecken die inneren 2 Zwischenräume weiß beschuppt, die folgenden 3 bis zur Schulterbeule fein dunkel behaart.

   ...9

 
#9 Flügeldecken mit 3 gelb beschuppten Querbinden, die voneinander durch Flächen mit dünner schwarzer Behaarung getrennt werden [Abb.20]. ♂: Bauchgrube auf dem 2. Sternit von 2 längskantenartigen, gebogenen schwarzen Schuppenkämmen eingefaßt, am Grunde kahl. Penis [Abb.21]. 2,5-2,9 mm. Süd- und Mitteleuropa; in Mitteleuropa weit verbreitet, besonders im Hügelland; im ganzen ziemlich selten, in der Ebene selten, im Nordwesten gebietsweise fehlend. Auf Eichengebüsch.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...trifasciatus Bach, 1854

COELIODES TRIFASCIATUS
Abb.20
COELIODES TRIFASCIATUS.GIF
Abb.21
-- Dem trifasciatus ähnlich, jedoch etwas breiter gebaut und mit kräftigeren, tiefer punktierten Streifen, die Zwischenräume daher schmäler. Die Flächen zwischen den Querbinden mit hellen Haarschuppen, die viel feiner als die der Binden sind. ♂: Bauchgrube flacher, am Grunde hell beschuppt, jederseits von einem schrägen, flachen Wulst eingefaßt. Penis [Abb.22]. 2,6-3 mm. Aus Südosteuropa ins südöstliche Mitteleuropa eindringend; über Ungarn bis in die Slowakei und das Burgenland nachgewiesen.

   ...proximus Schultze

COELIODES PROXIMUS.GIF
Abb.22
 
  aequabilis
angulipennis
ilicis
nigritarsis
proximus
rana
ruber
rubicundus
siculus
transversealbofasciatus
trifasciatus
     Erstellt am: 03.11.2010
Letzte Aktualisierung: 18.03.2013 - 13:59:45
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