Gattung Carpelimus Leach in Samouelle, 1819 (Trogophloeus Mannh.) Coleoptera - Staphylinidae - Oxytelinae
  Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse, M. Schülke) Bitte Fehler und Ergänzungen an mailbox@lompe.de senden
  Endglied der Kiefertaster klein, nadelförmig. Epipleuren vorhanden, Schienen unbedornt, Tarsen 3gliedrig. Eine recht umfangreiche Gattung 1,3-3,5 mm langer, zum Teil außerordentlich ähnlicher Arten. Sie sind gestreckt, schwarz (meist matt oder schwach glänzend), selten mit braunen Flügeldecken oder Halsschild. Der Kopf ± von der Breite des Halsschildes, dieser meist mit Eindrücken. Die Flügeldecken nur ausnahmsweise länger als zusammen breit, meist breiter als der Halsschild, behaart, ohne oder mit recht dichter, nicht geordneter Punktur. Fühler zur Spitze verdickt, meist dunkel, seltener mit heller Basis oder ganz gelb; Beine fast stets mit geschwärzten Schenkeln.
Die Arten leben, wenn nicht anders angegeben, gesellig und oft mehrere Arten gemeinsam im Boden an Ufern und Teichrändern vorzugsweise auf vegetationsfreien Steilen; einige bevorzugen Salzboden, nur wenige finden sich in Kompost oder graben wie die Bledien in lehmigen Steilwänden. Vermutlich ernähren sich alle von Algen, wie von mehreren Arten schon nachgewiesen ist. Man bringt sie durch Treten oder sanftes Beklopfen der besiedelten Stellen an die Oberfläche.
 
#1 Halsschild vor der Basis mit einem kräftigen hufeisenförmigen Eindruck. Tarsen 5-gliedrig, die ersten 3 Glieder sehr klein.

   ...Thinodromus Kraatz 1857

 
-- Halsschild oft mit paarweisen Längseindrücken, jedoch ohne tiefen hufeisenförmigen Quereindruck vor der Basis. Tarsen 3-gliedrig.

   ...2

 
#2 Fühler gestreckt, Glied 5, 6 und 7 deutlich länger als breit, meist eineinhalb mal so lang wie breit. Halsschild mit einem Paar deutlicher Längseindrücke [Abb.1].

   ...3

CARPELIMUS OBESUS
Abb.1
 
-- Fühler gedrungener, Glied 5-7 wenig oder nicht länger als breit oder sogar quer [Abb.2].

   ...10

CARPELIMUS LINDROTHI
Abb.2
 
#3 Augen mäßig groß, die Schläfen gut entwickelt, backenförmig, etwa von halber Augenlänge [Abb.3]. Untergattung Carpelimus s.str.

   ...4

CARPELIMUS RIVULARIS
Abb.3
 
-- Augen sehr groß, fast die ganzen Kopfseiten einnehmend, die Schläfen höchstens ein Viertel der von oben sichtbaren Augenlänge erreichend [Abb.1]. Untergattung Boopinus Klima

   ...8

CARPELIMUS OBESUS
Abb.1
 
#4 Kopf und Halsschild matt; die Skulptur der Oberseite besteht aus dicht gedrängt stehenden kleinen Nabelpünktchen und erscheint bei schwacher Vergrößerung dicht chagriniert. Fühlerbasis und Beine rot, 3,3-3,5 mm. In den Tälern des südlichen Alpengebietes.

   ...opacus Baudi

 
-- Kopf und Halsschild dicht und fein punktiert, etwas glänzend, die Punkte isoliert stehend

   ...5

 
#5 Kleiner, unter 3 mm [Abb.4]; Halsschild schwächer quer, die Seiten schwächer gerundet [Abb.5] [Abb.6] [Abb.3], die verrunzelte Partie an den Halsschildseiten schmal. Punktur der Oberseite fein. ♂: Präputialsack in der Mittellinie mit kräftigem Haken nahe dem Ostium; das paarige Chitinstück kurz und dünn, schwach gebogen [Abb.7] [Abb.8].

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...rivularis (Motsch., 1860)

CARPELIMUS RIVULARIS
Abb.4
CARPELIMUS RIVULARIS
Abb.5
CARPELIMUS RIVULARIS
Abb.6
CARPELIMUS RIVULARIS
Abb.3
CARPELIMUS RIVULARIS.GIF
Abb.7
CARPELIMUS RIVULARIS
Abb.8
-- Größer: 2,8-3,4 mm; Halsschild stärker quer, die Seiten gerundet winklig erweitert.

   ...6

 
#6 Oberseite fein (wie bei rivularis) punktiert, die durch grobe, verrunzelte Punktur matte Partie an den Halsschildseiten weniger ausgedehnt [Abb.9]. ♂: Präputialsack des Aedoeagus am ostialen Ende mit einem kräftigen gebogenen Haken in der Mittellinie (wie bei rivularis), das paarige, kräftig chitinisierte schwarze Chitinstück lang, schwach S-förmig [Abb.10]. Die Art ist sicherlich in Mitteleuropa weit verbreitet; bisher aus der Türkei, Italien und Frankreich, aus Mitteleuropa aus der Tschechoslowakei, der Schweiz und Holstein gemeldet; in der Ebene selten, auch in Bayern und Südbaden.

   ...similis (Smet., 1967)

CARPELIMUS SIMILIS
Abb.9
CARPELIMUS SIMILIS.GIF
Abb.10
-- Oberseite, besonders die Flügeldecken kräftig punktiert, die Seiten des Halsschild umfangreicher grob verrunzelt [Abb.11] [Abb.12]. ♂: Präputialsack ohne Haken in der Mittellinie, das paarige Chitinstück kürzer, stark S-förmig gebogen [Abb.13] [Abb.14]. Die Innenkante der Endlappen des Aedoeagus als breite, glänzende, kräftig chitinisierte, fast gerade Leiste ausgebildet [Abb.15] oder schmal und gebogen [Abb.16]. Spermatheka [Abb.17]. Habitus [Abb.18].

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...bilineatus (Steph., 1834)


Die als augustae (Bernh.) beschriebene Form mit etwas abweichender Präputialsackarmatur [Abb.19] hat sich als Synonym erwiesen.
CARPELIMUS BILINEATUS
Abb.11
CARPELIMUS BILINEATUS
Abb.12
CARPELIMUS BILINEATUS.GIF
Abb.13
CARPELIMUS AUGUSTAE
Abb.14
CARPELIMUS AUGUSTAE
Abb.15
CARPELIMUS BILINEATUS
Abb.16
CARPELIMUS BILINEATUS
Abb.17
CARPELIMUS AUGUSTAE
Abb.18
CARPELIMUS AUGUSTAE.GIF
Abb.19
 
#8 Halsschildeindrücke schwach, Oberseite ziemlich glänzend; Flügeldecken äußerst fein und dicht, nicht kräftiger als der Halsschild punktiert. Vgl. politus Kiesw.    >>>12  
-- Halsschildeindrücke deutlich, Flügeldecken deutlich und kräftig, kräftiger als der Halsschild punktiert.

   ...9

 
#9 Halsschild auf glänzenderem Untergrund deutlich punktiert [Abb.20]; Vorderkörper [Abb.21]. Fühler und Beine oft völlig schwarz. 2,5-3 mm. Weit verbreitet aber ziemlich selten

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...obesus (Kiesw., 1844)

CARPELIMUS OBESUS
Abb.20
CARPELIMUS OBESUS
Abb.21
-- Halsschild schwach glänzend, deutlich chagriniert, ohne erkennbare Punktur. Fühlerbasis und Beine rotbraun. 2,5-2,8 mm. Südöstliches Mitteleuropa; im Gebiet des Neusiedler Sees auf Salzboden nicht allzu selten.

   ...anthracinus Muls.

 
#10 Augen sehr groß. Schläfen höchstens ein Viertel des Augendurchmessers erreichend, vom Augenhinterrand zum Hals +/- geradlinig verengt

   ...11

 
-- Schläfen hinter den Augen deutlich entwickelt, meist backenförmig, selten ohne deutliche Absetzung in den Hals übergehend, länger als ein Viertel des Augendurchmessers. Ausnahmsweise Augen ähnlich groß wie oben, die kurzen Schläfen jedoch backenförmig (lindbergi (Scheerp.)).

   ...13

 
#11 Kleiner, 1,5-2 mm. Halsschild stärker gewölbt mit 2 kräftigen Längseindrücken, viel schmäler als die Flügeldecken [Abb.22]. Oberseite glänzend, kräftig punktiert. Vermutlich im mittleren und südlichen Mitteleuropa weit verbreitet, aber alte Meldungen sicher zum Teil auf lindrothi zu beziehen. Untergattung Paraboopinus Scheerp.

   ...nitidus (Baudi, 1848)

CARPELIMUS NITIDUS
Abb.22
 
-- Größer, 2,3-2,7 mm. Halsschild flach mit sehr flachen Eindrücken. Fühlerbasis und Beine rotbraun. Untergattung Thoracoplatynus Scheerp.

   ...12

 
#12 Fühler gestreckt, Glied 5, 6 und 7 etwa eineinhalb mal so lang wie breit. Halsschild wesentlich schmäler als die Flügeldecken, dicht punktiert. Oberseite ziemlich glänzend. 2,4 mm. Südliches Mitteleuropa, selten

   ...politus Kiesw.

 
-- Fühler kürzer, Glied 5, 6 und 7 nicht länger als breit. Halsschild nur vor der Basis mit sehr kleinen Eindrücken, trotz maschiger Chagrinierung etwas glänzend. Hinterleib seidenschimmernd behaart, Fühlerbasis und Beine gelblichrot. 2,3-2,8 mm. Vorzugsweise in Kompost, weit verbreitet aber nicht häufig

   ...fuliginosus (Grav., 1802)

 
#13 Augen klein, etwa halb so lang wie die dahinter liegenden Schläfen bis zur Halsabschnürung oder wenig länger. Halsschild nicht punktiert. Untergattung Myopinus Scheerp.

   ...14

 
-- Augen von normaler Größe, von oben gesehen mindestens von der Länge der Schläfen bis zur Halsabschnürung, meist jedoch bedeutend größer. Untergattung Taenosoma Mannh.

   ...16

 
#14 Klein, 1,3 mm. Körper sehr schlank und zart. Kopf und Halsschild äußerst fein chagriniert, aber doch mit schwachem Glanz. Augen sehr klein, Schläfen doppelt so lang wie der von oben sichtbare Durchmesser der Augen. Fühler vollständig gelbrot (Stücke mit angedunkelten Fühlern kommen vor). Aedoeagus [Abb.23]. Überall verbreitet, aber selten. Untergattung Taenosoma. (graciliformis Konzelmann & Lohse, 1980)

   ...subtilis (Er., 1839)


Eine Form mit größeren Augen [Abb.24] wurde als graciliformis Konzelmann & Lohse, 1980 beschrieben.
CARPELIMUS SUBTILIS.GIF
Abb.23
CARPELIMUS SUBTILIS
Abb.24
-- Größer, 1,9-2,5 mm. Körper kräftiger und plumper. Kopf und Halsschild kräftig und sehr dicht chagriniert, ganz matt. Augen größer, Schläfen um gut die Hälfte länger als die Augen. Fühler zur Spitze dunkel

   ...15

 
#15 Größer, 2,2-2,5 mm. Körper plumper. Hinterleib mit relativ kräftiger und sehr dichter Mikroskulptur und deshalb fast matt. Augen größer, Orbitalfurche neben dem Augenhinterrand deutlich ausgebildet, Schläfen sehr deutlich backenartig abgesetzt. Flügeldecken an der Naht deutlich länger als der Halsschild; Vorderkörper [Abb.25]. Überall gemein.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...elongatulus (Er., 1839)

CARPELIMUS ELONGATULUS
Abb.25
 
-- Kleiner, 1,9-2 mm. Körper zarter. Hinterleib mit deutlich feinerer und weniger dichter Mikroskulptur und deshalb deutlich glänzender. Augen kleiner, Orbitalfurche neben dem Augenhinterrand wenig deutlich oder fast fehlend. Schläfen weniger deutlich backenartig abgesetzt. Flügeldecken kürzer, kaum länger als der Halsschild; Vorderkörper [Abb.26]. Wurde in Böhmen in Mäusenestern gefunden.

   ...subterraneus (Smet., 1960)

CARPELIMUS SUBTERRANEUS
Abb.26
 
#16 Halsschild punktiert, die oft sehr dicht stehenden Punkte durch deutlich erkennbare, meist etwas glänzendere Zwischenräume voneinander getrennt.

   ...17

 
-- Halsschild stark chagriniert, ohne oder nur mit äußerst feiner Punktur, die vom Chagrin völlig überdeckt wird

   ...24

 
#17 Der von oben gesehene Längsdurchmesser der Augen mindestens doppelt so lang wie die Schläfen, vom Augenhinterrand bis zur Halsabschnürung gemessen [Abb.27], [Abb.28]. Halsschildeindrücke deutlich, Halsschild schwächer als die Flügeldecken punktiert.

   ...18

CARPELIMUS IMPRESSUS
Abb.27
CARPELIMUS HEIDENREICHI
Abb.28
-- Der Längsdurchmesser der Augen fast so lang wie die Schläfen hinter den Augen, oder die Schläfen jedoch mindestens mehr als halb so lang wie die Augen

   ...20

 
#18 Glänzend, kräftig punktiert, der Abstand der Punkte auf dem Halsschild stellenweise so groß wie die Punktdurchmesser. Fühlerbasis dunkel. Vorderkörper [Abb.29] [Abb.30]. 2,2-2,3 mm. In der Tiefebene sehr selten, bisher meist für nitidus gehalten, von dem die Art leicht durch die gut entwickelten Schläfen zu unterscheiden ist.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...lindrothi (Palm, 1942)

CARPELIMUS LINDROTHI
Abb.29
CARPELIMUS LINDROTHI
Abb.30
-- Nur matt glänzend, dicht und fein punktiert.

   ...19

 
#19 Größer und sehr breit gebaut. 2,3-2,6 mm. Halsschild fast anderthalb mal so breit wie lang, die Flügeldecken auch auf der Hinterhälfte doppelt so kräftig wie der Halsschild punktiert; Vorderkörper [Abb.27]. Sehr verbreitet, aber nicht häufig

   ...impressus (Boisd.Lac., 1835)

CARPELIMUS IMPRESSUS
Abb.27
 
-- Kleiner und schlanker, 1,9-2,3 mm, der Halsschild höchstens 1 1/3 mal so breit wie lang, die Flügeldecken vor dem Hinterrand feiner und weitläufig, kaum stärker als der Halsschild punktiert. Dem corticinus sehr ähnlich, aber durch die Augenproportionen und etwas breitere Flügeldecken gut zu unterscheiden; Vorderkörper [Abb.28]. Weit verbreitet, aber vermutlich meistens verkannt.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...heidenreichi (Benick, 1934)

CARPELIMUS HEIDENREICHI
Abb.28
 
#20 Halsschild ohne deutliche Eindrücke, aber mit unpunktierter glatter Mittellinie. Punktur des sehr glänzenden Vorderkörpers sehr kräftig und weitläufig. Die Punktzwischenräume auf dem Halsschild wesentlich größer als die Punktdurchmesser. 1,5 mm. An xerothermen, feinsandigen Stellen im mittleren und südlichen Mitteleuropa, selten.

   ...punctatellus (Er., 1840)

 
-- Halsschildeindrücke deutlich, Oberseite nur schwach glänzend, Punktur dichter und weniger stark.

   ...21

 
#21 Schläfen vom Hals nicht oder nur schwer erkennbar abgesetzt. Kopf auffällig groß [Abb.31]. Körper zylindrisch, Bledius-artig. Aedoeagus [Abb.32]. 2 mm. Ripicol. Neu eingewandert (Neuseeland, Großbritannien); anfangs nur in Marburg gefunden, 1990/91 auch im Rheinland und in Westfalen, 1994 im Hamburger Hafengebiet und in Bremen sowie im gleichen Jahr in Niederösterreich erstmals in Osterreich festgestellt. (incongruus Steel)

   ...zealandicus (Sharp, 1900)

CARPELIMUS ZEALANDICUS
Abb.31
CARPELIMUS ZEALANDICUS.GIF
Abb.32
-- Schläfen vom Hals durch deutliche seitliche Abschnürung abgesetzt, Kopf von normaler Größe

   ...22

 
#22 Klein, 1,6-1,8 mm. Die Schläfen mindestens von der Länge des von oben sichtbaren Augendurchmessers. Punktur des Vorderkörpers und der Flügeldecken sehr deutlich, kräftig und mit glänzenden Zwischenräumen. 6. und 7. Fühlerglied deutlich quer. Auf Salzboden in der Ebene sehr selten, häufiger im südöstlichen Mitteleuropa

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...ganglbaueri (Bernh., 1901)

 
-- Weniger klein, 1,9-2,3 mm. Punktur des Vorderkörpers sehr fein, 6. und 7. Fühlerglied nicht oder schwach quer

   ...23

 
#23 Untergrund des Vorderkörpers zwischen der Punktur deutlich chagriniert; die Chagrinierung beeinträchtigt das Erkennen der feinen Punktur. Die Schläfenlänge des nach hinten schwach erweiterten Kopf deutlich geringer als der Augendurchmesser. Fühler schlanker, Glied 6 und 7 nicht quer., Halsschild nur wenig vor der Mitte am breitesten, die Seiten fast gleichmäßig gerundet [Abb.33]; Aedoeagus [Abb.34]. In ganz Mitteleuropa weit verbreitet, aber meist nicht von corticinus getrennt.

   ...subtilicornis (Roub., 1946)

CARPELIMUS SUBTILICORNIS
Abb.33
CARPELIMUS SUBTILICORNIS.GIF
Abb.34
-- Untergrund des Vorderkörpers nicht chagriniert, die Punktur zwar fein, aber gut erkennbar. Die nach hinten stärker erweiterten Schläfen etwa von der Länge des Augendurchmessers. Fühler kürzer, Glied 6 und 7 erkennbar etwas quer. Halsschild weit vor der Mitte am breitesten und nach hinten viel stärker verengt [Abb.35]; Aedoeagus [Abb.36]. Überall sehr häufig.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...corticinus (Grav., 1806)

CARPELIMUS CORTICINUS
Abb.35
CARPELIMUS CORTICINUS.GIF
Abb.36
#24 Beine vollständig gelb, Halsschild manchmal rotbraun, Flügeldecken hellbraun, glatt, ohne erkennbare Punktur in der Mikroskulptur. Hinterleib durch feine Behaarung seidenschimmernd

   ...25

 
-- Beine schwarz, braun oder mit angedunkelten Schenkeln und hellen Schienen. Oberseite einfarbig schwarz, oder zweifarbig, dann aber mit starker Flügeldeckenpunktur. Halsschild oft nur mit undeutlichen oder fehlenden Längseindrücken

   ...27

 
#25 Augen sehr groß, die kurzen, aber backenförmigen Schläfen nur 1/4 des Augendurchmessers messend. Flügeldecken länger als zusammen breit und 1,5 x so lang wie der Halsschild; 2-2,1 mm. Diese aus Finnland beschriebene Art wurde in Holstein gefunden.

   ...lindbergi (Scheerp.)

 
-- Augen weniger groß, die backenförmigen Schläfen etwa halb so lang wie der von oben sichtbare Augendurchmesser oder länger. Flügeldecken kürzer.

   ...26

 
#26 Außerordentlich schmale Art. Schläfen kaum kürzer als der von oben sichtbare Augendurchmesser. Aedoeagus [Abb.37]. 1,3-1,6 mm. Überall selten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...gracilis (Mannh., 1830)


Sehr ähnlich ist eine Form von subtilis mit größeren Augen (graciliformis Konzelmann & Lohse, 1980); vergleiche Leitzahl    >>>14
CARPELIMUS GRACILIS.GIF
Abb.37
 
-- Schmale Art; Schläfen viel kürzer, etwa halb so lang wie der von oben sichtbare Augendurchmesser. 1,4-1,9 mm. Stücke mit fehlenden Halsschildeindrücken werden als var. evertsi Bernh. bezeichnet. Vorzugsweise im Kompost, sehr verbreitet und nicht selten. (Iasti Scheerp.)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...pusillus (Grav., 1802)

 
#27 Oberseite zweifarbig, Kopf und Hinterleib schwarz, Halsschild dunkel gelbrot, Flügeldecken rotbraun, kräftig und wenig dicht punktiert, stark glänzend. 1,5-1,7 mm. Kärnten; sonst im südlichen Europa

   ...punctipennis Kiesw.

 
-- Oberseite einfarbig schwarz.

   ...28

 
#28 Die Skulptur der Flügeldecken besteht aus gedrängt stehenden feinen Körnchen. Halsschild zur Basis etwas ausgeschweift verengt, fast herzförmig. Oberseite mit auffällig grauschimmernder Behaarung. 1,7 mm. Aus Südeuropa ins südliche Mitteleuropa einstrahlend.

   ...alutaceus (Fauv., 1898)

 
-- In der Skulptur der Flügeldecken ist eine Punktierung gut erkennbar

   ...29

 
#29 Flügeldecken kräftig und deutlich punktiert. Halsschild quer mit deutlichen Eindrücken. Schläfen etwa von halber Augenlänge, kräftig backenförmig entwickelt. 1,6 bis 1,8 mm. Gern, aber nicht ausschließlich auf Salzboden.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...foveolatus (Sahlb., 1823)

 
-- Flügeldecken entweder sehr fein oder sehr dicht punktiert.

   ...30

 
#30 Halsschild kräftig quer, mehr als ein Drittel breiter als lang [Abb.38]. Die sehr feinen Punkte der Flügeldecken auf glänzendem Untergrund deutlich isoliert stehend. 4. Fühlerglied um die Hälfte länger als breit. 1,5 mm. Am Neusiedlersee auf Salzboden zusammen mit halophilus, aber seltener als dieser.

   ...transversicollis Scheerp.

CARPELIMUS TRANSVERSICOLLIS
Abb.38
 
-- Halsschild wenig breiter als lang [Abb.39], [Abb.40].

   ...31

CARPELIMUS HALOPHILUS
Abb.39
CARPELIMUS SCHNEIDERI
Abb.40
#31 Halsschild unmittelbar hinter den Vorderecken am breitesten, zur Basis nach kürzerem parallelen Verlauf sanft ausgeschweift verengt. Augen klein, nicht länger als die ohne Absetzung allmählich in die Kontur des Halses übergehenden Schläfen [Abb.40]. Oberseite grauschimmernd behaart. 1,3 mm. Auf Salzboden an der Nordseeküste ziemlich selten

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...schneideri (Ganglb., 1895)

 
-- Halsschild zwischen den Vorderecken und der Mitte am breitesten, Augen länger als die Schläfen

   ...32

 
#32 Schläfen vom Hals durch eine deutliche seitliche Abschnürung abgesetzt. Kopf von normaler Größe, Körper nicht zylindrisch gewölbt; Vorderkörper [Abb.39]. Flügeldecken mit sehr feiner und dichter, fein verrunzelter Punktur. 1,3-1,6 mm. An der Meeresküste und an Binnenlandsalzstellen nicht häufig

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...halophilus (Kiesw., 1844)

CARPELIMUS HALOPHILUS
Abb.39
 
-- Schläfen vom Hals nicht oder nur schwer erkennbar abgesetzt, Kopf auffällig groß, Körper zylindrisch, Bledius-artig (Vorderkörper 46:26, 28)

   ...33

 
#33 Flügeldecken mit außerordentlich feiner, aber sehr deutlicher, auf glattem Grunde völlig isoliert stehender Punktur. Kopf fast umfangreicher als der Halsschild, ohne Spur einer Halsabschnürung. Flügeldecken wesentlich breiter und länger als dieser [Abb.41]. An den Beinen meist nur die Basalhälfte der Schenkel angedunkelt, Schienen gelb. 1,7-2 mm. Im südlichen und östlichen Mitteleuropa selten, im nordwestlichen Teil vermutlich fehlend

   ...exiguus (Er., 1839)

CARPELIMUS EXIGUUS
Abb.41
 
-- Punktur der Flügeldecken nur mäßig fein, oft vor dem Hinterrand, seltener völlig verrunzelt. Flügeldecken wenig breiter als der Hsch; Schenkel und Schienen braun

   ...34

 
#34 Flügeldecken sehr kurz, nicht länger als der Halsschild und zusammen beträchtlich breiter als lang. 1,4-1,6 mm. In Kompost. Wurde aus Österreich als var. von despectus beschrieben.

   ...leederi Bernh.

 
-- Flügeldecken länger als der Halsschild, fast so lang wie zusammen breit [Abb.42]. 1,4-1,7 mm. (Soll nach dem Genitalbau zu Untergattung Paraboopinus gehören.) In Steilwänden nach Art der Bledien in Gängen unter der Oberfläche siedelnd. Sehr verbreitet und durchaus nicht selten.

   ...despectus (Baudi, 1869)


Von dieser Art kommt populationsweise neben der langflügeligen auch eine kurzflügelige Form vor, bei der die Flügeldecken nicht länger als der Halsschild sind und deren Flügeldeckenpunktur umfangreicher verrunzelt ist. Ob diese Form mit leederi identisch ist, konnte Lohse wegen der Dürftigkeit der Originalbeschreibung dieser Form und des Fehlens des Typus nicht entscheiden.
CARPELIMUS DESPECTUS
Abb.42
 
  alutaceus
anthracinus
bilineatus
corticinus
despectus
elongatulus
exiguus
foveolatus
fuliginosus
ganglbaueri
gracilis
halophilus
heidenreichi
impressus
leederi
lindbergi
lindrothi
nitidus
obesus
opacus
politus
punctatellus
punctipennis
pusillus
rivularis
schneideri
similis
subterraneus
subtilicornis
subtilis
Thinodromus
transversicollis
zealandicus
     Erstellt am: 11.04.2010
Letzte Aktualisierung: 13.02.2013 - 15:11:14
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