Gattung Agonum Carabidae - Harpalinae - Platynini
  Von Arved Lompe (n. J. Schmidt, L. Ganglbauer) Bitte Fehler und Ergänzungen an mailbox@lompe.de senden
  Da früher die Gattung Agonum weiter gefaßt wurde, werden die heute ausgegliederten Gattungen mit ausgewiesen. Die Mehrzahl der Arten lebt in feuchten Lebensräumen und auf bindigen Böden.  
#1 Kopf zwischen den Augen mit zwei blassen rötlichen Flecken, hinter den Augen etwas halsartig abgeschnürt. Penis mit kräftig sklerotisiertem, spiralförmig breit gewundenem Innensack. siehe

   ...Platynus

 
-- Kopf ohne solche Aufhellungen, Innensackfaltungen des Penis anders.

   ...2

 
#2 Halsschild auffällig klein und nur wenig breiter als der Kopf samt Augen. Körper klein, unter 8 mm und etwas abgeflacht. Fühler erst vom 4. Glied an dicht behaart. Aedoeagus: Parameren an der Spitze beborstet. Siehe

   ...Sericoda Kirby, 1837

 
-- Halsschild meist deutlich breiter als der Kopf samt Augen. Durchschnittlich größere Arten, wenn unter 8 mm, dann nicht auffällig abgeflacht und 3. Fühlerglied oft dicht behaart. Penis: Parameren ohne Borsten.

   ...3

 
#3 3. Fühlerglied mindestens im apikalen Drittel dicht und fein behaart.

   ...23

 
-- 3. Fühlerglied nur mit den normalen Apikalborsten

   ...4

 
#4 Flügeldecken mit breitem gelben Saum. Oberseite heller bis dunkel grün, oft kupfrig überflogen. 1. Fühlerglied und Schienen aufgehellt. 3. Flügeldeckenintervall mit 3 Porenpunkten. Halsschild quer und Hinterwinkel völlig verrundet. 8,5-10,5 mm. Halotolerante Pionierart an offenen Gewässerufern und Feuchtstellen. Von Nordafrika bis ins südliche Nordeuropa und nach Westasien verbreitet. In Mitteleuropa außer im Gebirge überall häufig

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-- Anders gefärbt; wenn grün, dann ohne gelben Flügeldeckensaum

   ...5

 
#5 Arten mit völlig schwarzen Fühlern und Beinen und meist lebhaft gefärbter, metallisch glänzender Oberseite, aber auch schwarze Varianten. Halsschild in den tieferen Basalgruben deutlich gerunzelt oder punktiert. 3. Flügeldeckenintervall mit 4-7 kräftig eingestochenen oder grubig vertieften Porenpunkten.

   ...6

 
-- Schwarze oder nur schwach metallisch glänzende Arten, oft mit aufgehellten Schienen; Halsschildbasalgruben höchstens fein und spärlich punktiert. Im 3. Intervall der Flügeldecken normalerweise nur mit 3 Porenpunkten (Ausnahme: gracilipes oder Aberrationen anderer Arten)

   ...9

 
#6 Porenpunkte im 3. Intervall grubig vertieft, die Gruben mindestens von der halben Breite des Intervalls [Abb.1]. Halsschild gleichmäßig gerundet, ohne vortretende Hinterecken. Oberseite kupfrig [Abb.2], selten auch grünlich. 8-10,5 mm. An sandigen Ufern. Von Japan über Sibirien bis Mitteleuropa verbreitet, hier früher weit verbreitet, heute meist sehr selten und gebietsweise verschwunden.

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AGONUM IMPRESSUM
Abb.1
AGONUM IMPRESSUM
Abb.2
-- Porenpunkte im 3. Intervall nicht umfangreich grubig vertieft.

   ...7

 
#7 Halsschild weniger quer, etwas herzförmig, Seitenrand vor den Hinterwinkeln gerade oder ganz leicht ausgerandet, letztere durch ein kleines vorstehendes Zähnchen markiert [Abb.3], Seitenrandkehle vor der Mitte schmaler, Basalgruben flacher. Oberseite meist brillant grün oder kupfrig, oft zweifarbig [Abb.4]. 7,5-10,5 mm. An offenen, feuchten, schlammigen Stellen. Von der Mongolei bis in das nordöstliche Westeuropa verbreitet, südwestlich bis Spanien und Nordafrika. In Mitteleuropa mehr im Süden, sporadisch und selten.

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AGONUM VIRIDICUPREUM
Abb.3
AGONUM VIRIDICUPREUM
Abb.4
-- Halsschild stärker quer, Hinterwinkel völlig verrundet, Seitenrandkehle von vorn nach hinten allmählich verbreitert, Basalgruben tiefer

   ...8

 
#8 Durchschnittlich kleiner, 6,5-8,5 mm. Halsschild schlanker mit schmaler Seitenrandkehle, an den Seiten vor den Hinterwinkeln länger und oft etwas gerade verengt. ♂: Penis gleichmäßig gebogen [Abb.5]. ♀: Gonocoxite gedrungen und sehr kräftig beborstet [Abb.6]. Meist einfarbig grün bis bronzen oder nicht selten auch schwarz [Abb.7]. Tyrphobionte Art, bevorzugt in ombotrophen Mooren. Nord-, Ost- und Mitteleuropa, lokal in Westeuropa sowie im Alpen- und Karpatengebiet.

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AGONUM ERICETI.GIF
Abb.5
AGONUM ERICETI
Abb.6
AGONUM ERICETI
Abb.7
 
-- Durchschnittlich größer, 7-9,5 mm. Halsschild viel stärker quer mit breiter Seitenrandkehle, an den Seiten nach vorn und hinten gleichmäßig gerundet. ♂: Penis im Mittelteil bauchig gebogen [Abb.8]. (♀) Gonocoxite gestreckt und fein beborstet [Abb.9]. Metallisch grün bis rötlich-bronzen, meist zweifarbig, im Gebirge oft schwarz. An feuchten offenen Stellen.Europa ohne den äußersten Süden, Kleinasien, Kaukasus, Mittelasien, Sibirien. In Mitteleuropa meist häufig.

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AGONUM SEXPUNCTATUM.GIF
Abb.8
AGONUM SEXPUNCTATUM
Abb.9
#9 3. Flügeldeckenintervall mit 4-7 Porenpunkten [Abb.10]. Hintertarsenglieder schlank, das 4. Glied viel länger als breit und oben seitlich nur undeutlich gefurcht, das Klauenglied etwas kürzer als das 3. und 4. Glied zusammen. Halsschild wenig quer mit breiter Seitenrandkehle, die Hinterwinkel bilden oft ein kleines vorstehendes Zähnchen. Oberseite matt, grünlich bis bronzefarben oder braun [Abb.11]. Schlanke und etwas abgeflachte Art. 6,5-9 mm. Oft am Licht. Von Ostasien über Sibirien und die mittelasiatischen Gebirge bis Mittel- und südliches Nordeuropa, in Mitteleuropa nur lokal. (Untergattung Stictanchus Casey, 1920)

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AGONUM GRACILIPES
Abb.10
AGONUM GRACILIPES
Abb.11
-- 3. Flügeldeckenintervall nur in Aberrationen mit mehr als 3 Porenpunkten. Hintertarsenglieder weniger schlank, das 4. Glied nur wenig länger als breit oder oben seitlich kräftig gefurcht, das Klauenglied meist etwas länger als das 3. und 4. Hintertarsenglied zusammen. Kräftigere und gewölbtere Arten mit breiterem Halsschild oder dieser mit nur schmaler Seitenrandkehle und flachen Basalgruben

   ...10

 
#10 Tarsenglieder, auch das 5., oben deutlich fein gekielt, daneben jederseits Längsfurchen. Hinterwinkel des Halsschild am Porenpunkt als deutliches Zähnchen markiert. Gestreckte Art, 8-10 mm. Mattschwarz, häufig mit aufgehellten Tarsen und Schienen, Flügeldecken durch kräftig entwickelte Mikroskulptur seidenglänzend. Penisspitze [Abb.12]. In Röhrichten von eutrophen Mooren, Verlandungszonen und Flußauen. Vom Mittelmeergebiet bis Mittelasien und nördlich bis in das südliche Fennoskandien verbreitet. In Mitteleuropa sehr lokal. (Untergattung Olisares Motsch.)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...lugens (Duft., 1812)

AGONUM LUGENS.GIF
Abb.12
 
-- Zumindest das 5. Tarsenglied oben völlig glatt oder nur andeutungsweise mit seitlichen Furchen. Hinterwinkel des Halsschild selten mit einem kleinen, vorstehenden Zähnchen

   ...11

 
#11 5. Flügeldeckenstreifen im hinteren Viertel jederseits mit einer kurzen, flachen Eindellung, bisweilen nur undeutlich ausgeprägt. Halsschildseitenrand bis zur Basis deutlich abgesetzt, die Randkehle bis zur Mitte sehr schmal.

   ...12

 
-- 5. Flügeldeckenstreif ohne solche Eindellung. Halsschildseitenrand hinten meistens nicht abgesetzt, Randkehle gewöhnlich in der Mitte schon deutlich erweitert

   ...16

 
#12 Kopf, Halsschild und Flügeldecken auffällig schlank. Augen nur flach aus dem Kopfumriß vorgewölbt. Halsschild meistens weniger als 1,2mal so breit wie lang, Basalgruben sehr flach. Porenpunkte der Flügeldecken etwas grubig vertieft. Die Eindellung am Ende des 5. Flügeldeckenstreifens immer deutlich. Schwarz, oft mit Bleiglanz, Schienen aufgehellt. Penis in Seitenansicht stark gebogen, mit kurzer Spitze und queren Präputialfaltungen [Abb.13]. 7-9 mm. Halobionte Röhricht-Art. Vorder- und Mittelasien, südliches Europa In Mitteleuropa sporadisch im Südosten sowie sehr selten auf Salzwiesen der Ostseeküste. (Untergattung Agonum s.str.)

   ...monachum (Duft., 1812)

AGONUM MONACHUM.GIF
Abb.13
 
-- Gestalt nicht auffällig schlank. Halsschild stärker quer, Basalgruben tiefer eingedrückt. Augen meist stärker vortretend

   ...13

 
#13 Porenpunkte der Flügeldecken etwas grubig vertieft. Körperanhänge völlig schwarz, nur selten Schienen etwas aufgehellt. Oberseite metallisch grünlich oder bronzen, auch völlig schwarz. Penis in Seitenansicht kräftig gebogen, apikal zugespitzt, Präputialfaltungen quer gelegt [Abb.14]. 7-8,8 mm. An quellig-moorigen Standorten oberhalb 2000 m. Aus den Genfer Alpen beschrieben. Jüngere Funde in den nördlichen Gebirgen Spaniens, den Pyrenäen, den westlichen Alpen und im Balkan. In der Schweiz neue Funde nur in der Region Ticino. Könnte in den Alpen weiter verbreitet sein und dort auch Mitteleuropa erreichen. (Untergattung Agonum s.str.) (alpestris (Heer, 1841), jeannei Aubry, 1970)

   ...carbonarium Dej., 1828

AGONUM CARBONARIUM.GIF
Abb.14
 
-- Porenpunkte auf den Flügeldecken fein eingestochen, nicht grubig vertieft. 1. Fühlerglied und Schienen, meist auch die Schenkel bräunlich aufgehellt.

   ...14

 
#14 Schwarz, wenig glänzend. Halsschildbasalgruben nach innen strichförmig vertieft, der Zwischenraum zum Seitenrand weniger abgeflacht. Halsschild weniger quer, nur etwa 1,2-1,3mal so breit wie lang. Die Eindellung vor dem Ende des 5. Flügeldeckenstreifens oft nur sehr undeutlich. Pensis groß und apikal zugespitzt, wie bei den vorigen Arten mit deutlichen, quergelegten Präputialfalten [Abb.15]. 7-8,5 mm. Halotolerant in Röhrichten und Rieden. Holomediterran, im Westteil des Areals nach Norden vorstoßend und in Westeuropa die Britischen Inseln und die Niederlande erreichend. In Mitteleuropa in Westdeutschland (östlich bis Hannover und Hessen) und in der Schweiz (Region Basel), ehemals wohl auch in Osterreich (Burgenland und Steiermark). (Untergattung Agonum s.str.)

   ...nigrum Dej., 1828

AGONUM NIGRUM.GIF
Abb.15
 
-- Meist deutlich metallisch gefärbte Arten. Halsschild stärker quer mit umfangreicheren Basalgruben, die Fläche zwischen ihnen und dem Seitenrand stärker abgeflacht.

   ...15

 
#15 Meist stärker metallisch grün, Flügeldecken bronzen überlaufen, aber auch einfarbig, sehr selten dunkel. Schienen meist auffällig heller als die Schenkel, Halsschildhinterwinkel gleichmäßig breit verrundet. Penis langgestreckt, schwach gebogen, mit unauffälligem Präputialschlauch [Abb.16]. 7-9 mm. Hygrophile Art des Offenlandes. Europa, Westasien, Nordamerika. In Mitteleuropa überall häufig. (Untergattung Agonum s.str.)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...muelleri (Hbst., 1784)

AGONUM MUELLERI.GIF
Abb.16
 
-- Wenig glänzend, metallisch grün oder bronzen, immer einfarbig, selten dunkel. Schenkel und Schienen meist gleichmäßig schwach aufgehellt. Halsschildhinterwinkel als winziges Zähnchen aus der Rundung vortretend. Penis klein und stark gebogen, mit schwach sklerotisiertem Präputialschlauch [Abb.17]. 6-8 mm. In Flußauen und an Seeufern. Von Japan über Sibirien bis nördliches Europa, in Mitteleuropa nach Süden seltener werdend. Noch lokal in Osterreich, Mähren und der Slowakei. (Untergattung Agonurn s.str.)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...dolens (Sahlb., 1827)

AGONUM DOLENS.GIF
Abb.17
 
#16 Halsschild nur wenig gewölbt, vorn und hinten kaum verengt, zur Basis kurz verrundet, etwas winklig, die Basis breit und fast gerade. Der 2. Porenpunkt des 3. Flügeldeckenintervalls befindet sich am 2. Streifen. Genitalapparat in beiden Geschlechtern klein, Segment IX des ♂ mit sehr schmalem Basisplättchen, Penis [Abb.18]. Gonocoxite beim ♀ klein [Abb.19]. Tarsen viel schlanker als beim ähnlichen versutum. Schwarz oder braun, manchmal mit leichtem Erzschimmer, 1. Fühlerglied bräunlich aufgehellt. 7-9 mm. In Röhrichten an Gewässern. Von Kleinasien und dem Gebiet des Kaspischen Meeres westlich bis Frankreich, nördlich bis Ungarn und Slowakei, vermutlich aber auch in Österreich. (Untergattung Olisares Motsch.)

   ...longicorne Chaud., 1846

AGONUM LONGICORNE.GIF
Abb.18
AGONUM LONGICORNE
Abb.19
-- Halsschild stärker gewölbt und seitlich stärker gerundet, die Basis deutlicher konvex

   ...17

 
#17 Halsschild kräftig gewölbt und quer, sein Seitenrand bis zur Basis deutlich abgesetzt, die Randkehle noch in der Mitte sehr schmal. 1. Fühlerglied aufgehellt.

   ...17a

 
-- Halsschildseitenrand nicht bis zur Basis deutlich abgesetzt, die Randkehle oft schon in der Mitte deutlich verbreitert. 1. Fühlerglied schwarz. Der 3. Porenpunkt im 3. Flügeldeckenintervall befindet sich erst im apikalen Fünftel. Tarsen schlanker. Penis in Aufsicht schmaler

   ...18

 
#17a Zwischenräume an der Spitze der Flügeldecken flach. Hier dunkle Exemplare von Außen muelleri mit undeutlicher oder fehlender Eindellung am 5. Streifen. Siehe LZ    >>>15  
-- Zwischenräume an der Spitze der Flügeldecken gewölbt. Der 2. Porenpunkt des 3. Flügeldeckenintervalls befindet sich am 2. Streifen. Flügeldecken seitlich weniger gewölbt als bei den folgenden Arten, oft etwas parallel, der hintere Porenpunkt im 3. Intervall liegt weiter vorn, befindet sich oft bereits am Anfang des letzten Drittels. Tarsen auffällig kurz. Penis kräftig, stark gebogen und in Aufsicht sehr breit, Segment IX des ♂ mit breiter Basisplatte [Abb.20]. Gonocoxite beim ♀ klein [Abb.21]. Schwarz, Oberseite meist erzglänzend oder metallisch grünlich oder bläulich, 6,5-8,5 mm. An offenen Gewässerufern, die Art meidet polytrophe Standorte. Sibirien ohne den Fernen Osten, Europa nördlich bis Lappland, südlich bis Mittelfrankreich, Mittelitalien, Nordbalkan. In Mitteleuropa nicht häufig (Untergattung Agonum s.str.)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...versutum (Sturm, 1824)

AGONUM VERSUTUM.GIF
Abb.20
AGONUM VERSUTUM
Abb.21
#18 Flügeldecken hinten ohne stärkere Ausbuchtung, länger zugespitzt verrundet und Basalrand an der Schulter auffällig stark nach vorn gezogen. 2. Porenpunkt im 3. Flügeldeckenintervall meist zum 2. Streifen gerückt. Halsschild groß und fast rund, auch die Basis stark konvex. Hintertarsen schlank, 4. Glied oben seitlich lang gerinnt. Penis auffällig klein mit typischer Präputialfaltung am Ostium [Abb.22], Segment IX des ♂ mit langem, schmalen Plättchen [Abb.23]. ♀: Gonocoxite klein und Ventrit schwach beborstet [Abb.24]. 7-9 mm. Bevorzugt an Seeufern und in ausgedehnten Moorgebieten. Von Kleinasien über große Teile von Europa, hier jedoch diskontinuierlich und sehr selten, nördlich bis Südfinnland, westlich bis Frankreich. In Mitteleuropa zahlreiche alte Funde, vor allem im Osten, heute vielerorts verschollen. (Untergattung Melanagonurn Casey, 1920)

   ...hypocrita (Apflb., 1904)

AGONUM HYLOCRITA
Abb.22
AGONUM HYPOCRITA.GIF
Abb.23
AGONUM HYLOCRITA
Abb.24
 
-- Flügeldecken hinten gemeinsam breit verrundet oder kurz konkav gebuchtet zugespitzt, der Vorderrand an der Schulter nicht auffällig vorgezogen oder aber die Schulter atypisch aufgebeult. Halsschild meist deutlich stärker quer, Basis weniger konvex

   ...19

 
#19 Oft metallisch grünlich oder bläulich, seltener schwarz. Flügeldecken kräftig gewölbt und seitlich breit eiförmig gerundet, hinten kurz konkav gebuchtet zugespitzt, Streifen tief und Intervalle gewölbt, der 2. Porenpunkt im 3. Intervall befindet sich meist am 2. Streifen. Hintertarsen kürzer, 4.Glied seitlich oben glatt oder mit unvollständiger Furche. Penis mit typischer Präputialfaltung am Ostium [Abb.25], Segment IX des ♂ mit kräftiger Platte [Abb.26], Gonocoxite des ♀ klein und Ventrit nur dreireihig beborstet [Abb.27]. 7-9,5 mm. In Sümpfen und an Gewässerufern mit geringer Vegetationsdeckung. Sibirien ohne den Fernen Osten, Kaukasus und Europa nördlich bis zum Polarkreis, südlich bis in die Gebirgsregionen Mittelspaniens, Norditaliens und auf dem Balkan. In Mitteleuropa überall häufig (Untergattung Olisares Motsch.)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...viduum (Panz., 1797)

AGONUM VIDUUM
Abb.25
AGONUM VIDUUM.GIF
Abb.26
AGONUM VIDUUM
Abb.27
 
-- Immer völlig schwarze Arten. Flügeldecken weniger gewölbt, meist schlanker und hinten ohne tiefe Buchtung verrundet, Streifen und Intervalle flacher, der 2. Porenpunkt im 3. Intervall befindet sich meist am 3. Streifen oder in der Intervallmitte. Hintertarsen schlanker, 4. Glied seitlich oben mit deutlicher Furche. ♀: Gonocoxite viel kräftiger, Ventrit umfangreich beborstet (Abb. 18: e-h)

   ...20


Achtung! Die folgenden Arten sind sehr variabel und lassen sich oft nicht sicher an äußeren Merkmalen unterscheiden. Auch die Ausbildung des Genitalsegmentes sowie die Form und Größe des Aedoeagus unterliegen einer gewissen Variabilität. Bei der Diagnose sollten deshalb immer die Penisinnensackstrukturen sowie die Gonocoxite beim ♀ berücksichtigt werden.
 
#20 Halsschild besonders vorn mit sehr schmaler Seitenrandkehle, diese bis zur Mitte nur schwach erweitert. Flügeldecken schlanker. 4. Hintertarsenglied viel länger. Penis am Ostium mit einer doppelt umgelegten Falte, die durch eine stärkere Sklerotisierung deutlich hervorgehoben ist

   ...21

 
-- Halsschildseitenrandkehle bereits in der Mitte breit. Flügeldecken seitlich stärker gerundet. 4. Hintertarsenglied kürzer, nur wenig länger als bei viduum. Penis am Ostium ohne auffallend stärker sklerotisierte Faltungen

   ...22

 
#21 Halsschild nach hinten meist länger verengt, größte Breite oft deutlich vor der Mitte. Penis relativ klein, Spitze gerade, Spitzenfalte am Ostium wie ein schlankes, dreieckiges Segel [Abb.28], Segment IX des ♂ mit kräftiger Platte [Abb.29]. ♀: Gonosubcoxit wie bei den folgenden Arten, aber Gonocoxit auffallend kürzer [Abb.30]. 7-9 mm. In Röhrichten und Rieden an Gewässern. Kleinasien, Gebiet des Kaspischen Meeres, Kaukasus und südöstliches Europa, hier nördlich bis in die Slowakei und Niederösterreich. (Untergattung Olisares Motsch.)

   ...angustatum Dej.

AGONUM ANGUSTATUM
Abb.28
AGONUM ANGUSTATUM.GIF
Abb.29
AGONUM ANGUSTATUM
Abb.30
 
-- Halsschild gleichmäßiger gerundet und stärker quer. Penis größer und kräftiger, die apikale, doppelt umgeschlagene Falte des Internalsackes am Ostium ist kleiner, aber auch oben deutlich stärker sklerotisiert [Abb.31], Segment IX des ♂ mit schmalerer Platte [Abb.32]. ♀: Gonocoxite ähnlich afrum, aber etwas größer [Abb.33]. 7,5-9,5 mm. In Rieden und Röhrichten an Gewässern. Südwestliches Europa, nördlich bis Mittelfrankreich, östlich bis Ungarn und Adria-Länder. In Mitteleuropa in der Slowakei und am Neusiedler See; ein alter, unsicherer Beleg aus Bayern. (Untergattung Olisares Motsch.)

   ...permoestum Puel, 1938

AGONUM PERMOESTUM
Abb.31
AGONUM PERMOESTUM.GIF
Abb.32
AGONUM PERMOESTUM
Abb.33
 
#22 Halsschild größer, weniger quer. Flügeldecken hinten mit sanftem Absturz, beim ♀ an den Seiten breit eiförmig und hinten auffällig kurz verrundet. Penis gleichmäßig gebogen und Spitze gerade vorgestreckt, Präputialfaltungen am Ostium ohne auffälliges Spitzenhäutchen [Abb.34] [Abb.35], Segment IX des ♂ mit sehr kräftiger Platte [Abb.36] [Abb.37]. ♀: Gonocoxit und Gonosubcoxit auffällig langgestreckt [Abb.38]. 8-9,5 mm. Mit den verwandten Arten vergesellschaftet in Röhrichten von Mooren und Flußauen. Diskontinuierlich in Europa ohne den Norden, in Mitteleuropa vor allem im Osten, aber überall selten, früher anscheinend häufiger. (moestum Duftschmid, 1812, nec Gmelin in Linnaeus, 1790, nec auct.) (Untergattung Olisares Motsch.)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...duftschmidi Schmidt, 1994


AGONUM DUFTSCHMIDI
Abb.34
AGONUM DUFTSCHMIDI.JPG
Abb.35
AGONUM DUFTSCHMIDI
Abb.36
AGONUM DUFTSCHMIDI
Abb.37
AGONUM DUFTSCHMIDI
Abb.38
 
-- Halsschild meist stärker quer, die Flügeldecken mit steilerem Absturz und besonders beim ♀ schlanker. Penis im basalen Teil kräftiger gebogen, die Spitze abgeknickt, am Ostium mit aufgerichtetem, lang nach hinten gelegtem Spitzenhäutchen [Abb.39], Segment IX des ♂ mit viel schwächerem Plättchen [Abb.40]. ♀: Gonocoxite viel kleiner [Abb.41]. 7-9,5 mm. Extrem variable Art! In Feuchtgebieten. Kaukasus, ganz Europa ohne die südlichsten Teile, im Norden bis südliches Fennoskandien. In Mitteleuropa überall sehr häufig. (moestum auct., nec Duftschmid, 1812, afrum (Duftschmid, 1812)) (Untergattung Olisares Motsch.)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...emarginatum (Gyll., 1827)

AGONUM EMARGINATUM
Abb.39
AGONUM EMARGINATUM.GIF
Abb.40
AGONUM EMARGINATUM
Abb.41
 
#23 3. Flügeldeckenintervall mit nur drei Porenpunkten. 3. Fühlerglied erst apikal fein behaart. Halsschildbasalgruben und Flügeldeckenfurchen meist kräftig punktiert und gerunzelt.

   ...23a


- 3. Flügeldeckenintervall mit 4-7 Porenpunkten. 3. Fühlerglied in den distalen 2/3 dicht und fein behaart. Halsschildbasalgruben und Flügeldeckenfurchen höchstens sehr fein und undeutlich punktiert. Kleine Arten, meist deutlich unter 8 mm. Schwarz, braun oder mit leichtem Metallglanz. Untergattung

   ...Europhilus Chaudoir, 1859

 
#23a Fühler, Taster und beine pechschwarz. Kleine, gewölbte, kurzovale Art, 6-7,5 mm. Schwarz, oft mit grünlichem, bläulichem oder bleifarbenem Glanz. An quelligen Standorten. Von Kleinasien und sosteuropa bis ins südliche Mitteleuropa verbreitet.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...antennarium (Duft.)

 
-- Fühler, Taster und Beine rotgelb. Flügeldecken pechbraun, zu den Seiten bräunlich-gelb. Halsschild dunkelbraun mit schmaler Seitenrandkante und verrundeten Hinterecken; viel schmäler als die Flügeldecken. Aedoeagus: [Abb.42]. 8-9 mm. Auf feuchten Böden; halotolerant. Südosteuropa, Kleinasien, Levante.

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In Italien die ssp.

   ...gridellii Schatzmayr, 1912

AGONUM SORDIDUM.JPG
Abb.42
 
  angustatum
antennarium
carbonarium
dolens
duftschmidi
emarginatum
ericeti
Europhilus
gracilipes
gridellii
hypocrita
impressum
longicorne
lugens
marginatum
monachum
muelleri
nigrum
permoestum
Platynus
Sericoda
sexpunctatum
sordidum
versutum
viduum
viridicupreum
     Erstellt am: 05.08.2009
Letzte Aktualisierung: 26.07.2012 - 16:04:03
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