C O L E O P T E R A

 

 

Von Arved Lompe

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Wer sich eine Weile intensiver mit Käfern beschäftigt hat, braucht normalerweise keine Bestimmungstabelle der Familien mehr. Die Tabellen sind daher nach rein praktischen Gesichtspunkten und zumeist sekundären Merkmalen aufgebaut. Sie repräsentieren nicht die vermutete Verwandschaft der Arten. In den klassischen Familiengruppen (z.B. Heteromera, Phytophaga) sind daher auch solche Familien aufgeführt, die dort natürlicherweise nicht hingehören.

Die Tabelle folgt weitgehend den traditionellen Trennungsgängen - im deutschen Sprachraum Ganglbauer, Reitter und zuletzt Freude-Harde-Lohse Band I - ist aber in vielen Punkten angepaßt um in erster Linie solche Ausnahmen zu berücksichtigen, die dem Nichteingeweihten manche Bestimmung unnötig erschweren würde. Sie umfaßt nur die in Europa vorkommenden Familien. - Der Begriff "Tarsenschema" beschreibt die Anzahl der Tarsenglieder an den Vorder-, Mittel- und Hinterbeinen (in dieser Reihenfolge). Dieses Merkmal ist in der Regel gut zu beurteilen, erfordert aber manchmal - besonders bei kleinen Formen - eine sehr sorgfältige, mitunter sogar mikroskopische Untersuchung am eingebetteten Präparat. - Deutsche Namen wurden nur verwendet, wenn sie im normalen Sprachgebrauch eingebürgert sind, z.B. Maikäfer, Schröter. Kunstnamen wie 'Sechspunktiger Scheibenläufer' oder ähnlich, die in den letzten Jahren Mode geworden sind, werden hier genausowenig verwendet wie sogenannte EDV-Schlüsselzahlen.

#1

Die ersten drei Hinterleibssternite sind miteinander verwachsen, ihre Trennungsnähte sind meist nur schwach, manchmal aber deutlich angedeutet; die Hinterhüften durchsetzen das erste Sternit in der Mitte vollständig und ragen über dessen Hinterrand hinaus [Abb.1]; letzteres ist meist nur als ein mehr oder weniger umfangreiches Rudiment an den Seiten des Körpers erkennbar, bei den sehr seltenen Rhysodidae, auch als kleines Dreieck zwischen den Hüften [Abb.2]. Die Flügel, wenn verhanden, sind nach dem Adephagentyp [Abb.3] gebaut, der sich durch das Vorhandensein mindestens einiger Queradern auszeichnet, welche die Längsadern hie und da im rechten Winkel verbinden und somit Zellen bilden. Alle Tarsen sind bis auf wenige Ausnahmen 5-gliederig.

Hierher die großen Familien der Laufkäfer [Abb.4] [Abb.5] [Abb.6] und Schwimmkäfer [Abb.7].

Hierher gehören auch die Haliplidae, > 2 mm große Wasserbewohner, bei denen die Hinterhüften als große Platten ausgebildet sind, die die ersten Abdominalsternite verdecken [Abb.8] [Abb.9] und somit die Beurteilung der oben angegebenen Merkmale erschweren.

   ...Adephaga

Abb.1

Abb.2

Abb.3

ABB001ABB002ABB003

Abb.4

Abb.5

Abb.6

CARABUS AURONITENSPTEROSTICHUS HABBEMB3

Abb.7

Abb.8

Abb.9

DYTISCUS CIRCUMCINCTUSHALIPLUS HABABB004

--

Des erste Hinterleibssternit wird nicht vollständig von den Hinterhüften durchsetzt, der Hinterrand desselben ist hinter den Hüften erkennbar [Abb.10]; oder er ist von den Hinterhüften durchsetzt, dann sind aber die drei ersten Sternite nicht verwachsen. Die Flügel sind, wenn vorhanden, nach dem Staphyliniden- oder Cantharidentyp gebaut [Abb.11]. Beim Staphylinidentyp sind nur ausgesprochene Längsadern vorhanden. Beim Cantharidentyp ist die Medialader gegabelt; die ziemlich in der Mitte der Flügel gelegene Medialader ist doppelt, verbindet sich weit vor dem Außenrande miteinander und läuft von da zum Außenrand als einfache Ader aus.

Hierher gehören auch die Clambidae, ca. 1 mm große Käferchen, bei denen die Hinterhüften als große Platten ausgebildet sind [Abb.12], so daß die angegeben Merkmale nicht ohne weiteres zu sehen sind. Polyphaga

   ...2

Abb.10

Abb.11

ABB006ABB008

Abb.12

ABB007

#2

Larvenförmige Imagines; weder Flügeldecken noch Flügel sind vorhanden, auch keine Andeutungen davon [Abb.13]. Zum Teil in anderen Insekten parasitierend. Diese Tiere sind nur für Fachleute als Käfer zu erkennen und hier nur der Vollständigkeit halber aufgeführt (nur Weibchen).

   ...3

Abb.13

ABB012

--

Nicht larvenförmig oder wenigstens mit angedeuteten Flügeldecken

   ...7

 

#3

Parasitisch zwischen den Hinterleibsringen anderer Insekten, ohne Beine (Weibchen ) [Abb.14]. Die Stylopidae werden heute als Familie der Ordnung Strepsiptera betrachtet.

   ...Stylopidae

Die Stylopidae werden heute als Familie der Strepsiptera betrachtet und standen im Freude-Harde-Lohse nur noch aus historischen Gründen. Auf der dieser Website

 www.faunistik.net

finden Sie weitere Informationen über diese interessanten Insekten.

Abb.14

ABB013

--

Freilebend, mit Beinen

   ...4

 

#4

Auf dem Scheitel befindet sich ein Punktauge (Ocellus) [Abb.15]. Fühler 9-gliedrig. Um 5 mm. In Häusern, Insektensammlungen u.ä. Lebensräumen. (Weibchen ) Dermestidae, Gattung

   ...Thylodrias

Abb.15

ABB014

--

Ohne Ocellus [Abb.16]. Fühler 11-gliedrig. 4-11 mm. Im Freien, räuberisch.

   ...5

Abb.16

ABB014A

#5

Hintertarsen 4-gliedrig. Kopf breit und rundlich, nicht vom Halsschild überdeckt. Augen sehr klein. Halsschild trapezförmig. Ca. 5 mm.

   ...Rhipiphoridae

 

--

Hintertarsen 5-gliedrig. Kopf frei oder vom Halsschild überdeckt. Halsschild quer oder nach vorne ausgezogen, nicht trapezförmig.

   ...6

 

#6

Kopf frei, nicht vom Halsschild überdeckt. Fühler vor den Augen unter dem Seitenrand der Stirn eingelenkt. Beine dick und plump, Trochanteren groß. 4. Tarsenglied mit ungeteiltem Lappen. Körper kurz braun behaart [Abb.17]. Ca. 10-15 mm. Im Freiland an feuchten Stellen, Larvenentwicklung in Schnecken. (Weibchen)

   ...Drilidae

Abb.17

ABB015

--

Kopf unter dem Halsschild verborgen. Fühler am Vorderrand der Stirn eingelenkt. Beine schlanker mit kleinen Trochanteren. Körper nicht behaart, Abdomen mit Leuchtorgan an der Unterseite. 4. Tarsenglied mit geteiltem Lappen. 8-20 mm. (Weibchen)

   ...Lampyridae

 

#7

Klein, etwa 3 mm, fliegenartig; die Vorderflügel (= Flügeldecken der Käfer) sind zu schwingkolbenartigen Läppchen reduziert (die also im Gegensatz zu den Fliegen vor den Hautflügeln stehen). Die Flügel verhältnismäßig groß mit wenigen Längsadern. [Abb.18] (Männchen). Die Stylopidae werden heute als Familie der Ordnung Strepsiptera betrachtet.

   ...Stylopidae

siehe auch  www.faunistik.net

Abb.18

ABB016

--

Nicht fliegenförmig, Flügeldecken nicht schwingkölbchenartig.

   ...8

 

#8

3 -7 Endglieder der Fühler blatt- oder lamellenartig verbreitert [Abb.19] [Abb.20]. Meist größere Tiere über 2,5 mm. Hierher so bekannte Arten wie Mai- und Junikäfer [Abb.21], Mistkäfer [Abb.22], Rosenkäfer [Abb.23], Hirschkäfer [Abb.24], Schröter [Abb.25] [Abb.26] u.a.. Familiengruppe

   ...Lamellicornia

Abb.19

Abb.20

ABB017ABB018

Abb.21

Abb.22

MELOLONTHA VULGARISGEO SIL

Abb.23

Abb.24

PROTAETIA AERUGINOSALUCANUS CERVUS

Abb.25

Abb.26

SINODENDRON CYLINDRICUMSYSTENOCERUS CARABOIDES

--

Nur 1,8-2,5 mm groß, kurz, zylindrisch. Fühler mit langem Schaft und 3-gliedriger, fächerförmig geblätterter Keule [Abb.27]. Scolytidae Gattung

   ...Phloeotribus Latreille

Abb.27

ABB017A

--

Fühlerbildung anders, manchmal aber mit langen Fortsätzen an den Fühlergliedern [Abb.28], diese dann aber nicht quer blattartig verbreitert.

   ...9

Abb.28

ABB018A

#9

Flügeldecken stark oder etwas verkürzt; zumindest ein Teil des vorletzten Tergits bleibt unbedeckt [Abb.29] [Abb.30]. (Vorsicht: oft ragt bei aufgequollenen oder präparierten Tieren das Abdomen etwas unter den Flügeldecken vor, diese scheinen aber nicht verkürzt. Solche Fälle sind hier nicht gemeint.)

   ...13

Abb.29

Abb.30

ABB019ABB020

--

Flügeldecken nicht verkürzt, bedecken den ganzen Hinterleib. Manchmal ist das letzte Tergit (Pygidium) nicht ganz bedeckt oder ganz frei, dann reichen aber die Flügeldecken bis zu seinem vorderen Rand.

   ...10

 

#10

Tarsenschema 5-5-4. Hierher die Familiengruppe der Heteromera sowie andere Familien, in denen Arten mit der Tarsenformel 5-5-4, oft nur bei einem der Geschlechter, vorkommen.

   ...Heteromera

 

--

Tarsenschema anders

   ...11

 

#11

Alle Tarsen 4-gliedrig erscheinend, das 3. Glied breit 2-lappig. Bei hoher Vergrößerung (40-100fach) erkennt man aber an der Basis des Klauengliedes ein winziges abgeteiltes Glied, das zwischen den Seitenlappen des 3. Gliedes verborgen ist. [Abb.31]. Hierher die Phytophaga und andere mit der Tarsenformel 4-4-4 und breit zweilappigem 3. Glied

   ...11a

Abb.31

ABB021

--

Alle Tarsen ohne Klauenglieder, enden mit dem gelappten 3. Glied. Kopf rüsselförmig verlängert [Abb.32]. Curculionidae, Gattung

   ...Anoplus

Abb.32

ANOPLUS PLANTARIS

--

Tarsen anders gebildet

   ...12

 

#11a

Kopf mit deutlichem Rüssel, dieser rund oder auch breit, plattenförmig [Abb.33] [Abb.34] [Abb.35]. Siehe

   ...Rhynchophora

Abb.33

Abb.34

Abb.35

ABB038ABB040GYMNETRON SP

--

Ohne Rüsselbildung [Abb.36] [Abb.37].

   ...Phytophaga

Abb.36

Abb.37

ABB043ABB044

#12

Tarsenschema deutlich 5-5-5.

   ...Tarsen-5-5-5

Bei kleinen Tieren ist das Zählen der Tarsenglieder mitunter schwierig und eine hohe Vergrößerung (40-100-fach) erforderlich. Im Zweifelsfalle verfolge man beide Wege.

 

--

Tarsenschema niedriger als 5-5-5

   ...32

 

#13

Flügeldecken lassen mindestens 4 Hinterleibssegmente unbedeckt [Abb.30].

   ...14

Abb.30

ABB020

--

Flügeldecken lassen höchstens 3 Hinterleibssegmente unbedeckt [Abb.29].

   ...21

Abb.29

ABB019

#14

Fühler auf 3 Glieder reduziert. Abgeplattet, augenlos. Auf Bibern lebend. [Abb.38] [Abb.39] Leptinidae, Gattung

   ...Platypsyllus

Abb.38

Abb.39

ABB022PLATYPSYLLUS CASTORIS1

--

Fühler normal, mindestens 9-gliedrig. Fast stets mit Augen.

   ...15

 

#15

Augen ± nierenförmig um die Fühlerwurzeln gebogen. Kopf mit nach unten geneigten Mundwerkzeugen. Die Flügel ragen in Ruhestellung lang unter den verkürzten Flügeldecken vor und überdecken die Hinterleibstergite ± vollständig [Abb.40] (Necydalini und Molorchini)

   ...Cerambycidae

Abb.40

ABB023

--

Augen nicht um die Fühlerwurzeln gebogen. Kopf mit gerade vorgestreckten Mundwerkzeugen. Flügel in Ruhelage unter den Flügeldecken zusammengefaltet verborgen. (Vorsicht: es kommt vor, daß Tiere beim Abtöten die Flügel vorstrecken und nicht mehr zusammenlegen können.)

   ...16

 

#16

Hinterleib nicht biegsam, kurz und hochgewölbt, meist viel breiter als der Halsschild [Abb.41]. Tarsen 3gliedrig [Abb.42]. Endglieder der Fühler und Palpen oft stark vergrößert oder mit Auszeichnungen [Abb.43]. Kleine Tiere unter 3 mm.

   ...Pselaphidae

Abb.41

Abb.42

TYRUS MUCRONATUSABB024

Abb.43

ABB024A

--

Hinterleib beweglich oder weich, meist langgestreckt. Tiere von 1,5-50 mm.

   ...17

 

#17

Kopf unter dem nach vorn flach halbkreisförmig erweiterten Halsschild verborgen [Abb.44]. Augen auffallend groß. Mit Leuchtorgan auf der Unterseite des Abdomens.

   ...Lampyridae

Abb.44

ABB025

--

Anders, Kopf nicht unter dem Halsschild verborgen

   ...18

 

#18

Tarsenschema 5-5-4

   ...19

 

--

Tarsenschema anders

   ...20

 

#19

Halsschildbasis so breit wie die Flügeldeckenbasis. Fühler gleichmäßig gesägt (Weibchen ) oder gekämmt (Männchen ). [Abb.45].

   ...Rhipiphoridae

Abb.45

ABB026

--

Halsschildbasis schmaler als die Flügeldeckenbasis [Abb.46]. Fühler einfach, in der Mitte verdickt oder völlig unregelmäßig [Abb.47].

   ...Meloidae

Abb.46

Abb.47

ABB028ABB027

#20

Große Käfer von 13 mm und darüber, von normaler Gestalt, einfarbig schwarz oder Flügeldecken mit 2 roten Querbinden oder roten Epipleuren [Abb.29]. Fühler mit knopfartig abgesetzter, 4gliedriger Keule oder 5-6 mäßig vergrößerten, ± gestielten Endgliedern, deren letzte 3 gelb gefärbt sind. Basalglied der Fühler ± schaftförmig verlängert. (Necrophorus und Necrodes)

   ...Silphidae

Abb.29

ABB019

--

Flügeldecken nicht klaffend. Meist kleine, sehr langgestreckte Käfer, nur ausnahmsweise mit schaftförmigem 1. Fühlerglied, dann aber sehr schlank und viel kleiner. [Abb.30].

   ...Staphylinidae

Abb.30

ABB020

--

Flügeldecken an der Naht klaffend, nach außen über den Rand der Hinterbrust herabgebogen, am Ende zugespitzt und netzartig skulptiert. Kopf quer, Fühler kurz. Unterflügel von den Flügeldecken nicht ganz bedeckt. (Weibchen)

   ...Omalisidae

 

#21

1. sichtbares Hinterleibstergit sehr groß, die beiden anderen klein. Fühler nur 6gliedrig, das Endglied verdickt, zylindrisch, vorn abgestutzt. Flügeldecken mit Haarbüscheln im Bereich der hinteren Außenwinkel. Bei Ameisen lebend. [Abb.48]. (Clavigerinae)

   ...Pselaphidae

Abb.48

ABB029

--

Merkmale nicht zutreffend.

   ...22

 

#22

Kiefertaster länger als die Fühler; kleine, dunkel gefärbte Wasserbewohner [Abb.49]. HYDRAENIDAE; Männchen von

   ...Limnebius Leach.

Abb.49

ABB145

--

Fühler länger als die Kiefertaster, Landbewohner

   ...23

 

#23

Fühler mit kurzer, knopfartiger Keule aus höchstens 4 Gliedern [Abb.50] [Abb.51].

   ...24

Abb.50

Abb.51

ABB030ABB031

--

Fühler ohne solche knopfartige Keule

   ...26

 

#24

Die knopfartige Keule besteht aus 4 gut abgesetzten Gliedern [Abb.29]. Fam. Silphidae, Gattung

   ...Necrophorus Fabricius

Abb.29

ABB019

--

Die Keule besteht aus nur einem Glied, an dessen Spitze die Reste der letzten Gliederals Ringelung erkennbar sind. Körper lang, parallelseitig [Abb.52].

   ...Monotomidae

Abb.52

ABB032

--

Die knopfartige Keule besteht aus 3 (selten 2) Gliedern, das Endglied zuweilen geringelt [Abb.50] [Abb.51]

   ...25

Abb.50

Abb.51

ABB030ABB031

#25

Fühler ± deutlich gekniet, mit schaftförmig verlängertem Basalglied. Die Vorderschienen mit einer +/- ausgeprägten Furche zum Einlegen der Tarsen. Kleine und große Arten von 1-14 mm. [Abb.53].

   ...Histeridae

Abb.53

ABB146

--

Fühler nicht gekniet, ohne auffallend langes Basalglied. Vorderschienen ohne Tarsenfurche. Kleine Arten bis 3 mm. [Abb.54].

   ...Nitidulidae

Hier im Sinne Reitters, FHL u.a.; die Familie ist heute neu geordnet. Näheres siehe dort.

Abb.54

CATERETES PEDICULARIUS

#26

Auf dem Scheitel befinden sich 2 augenartige glatte Knöpfe (früher als Ocellen angesehen) [Abb.55] [Abb.56]. (Omaliinae).

   ...Staphylinidae

Abb.55

Abb.56

ABB033AMPHICHROUM CANALICULATUM

--

Ohne solche glatte Knöpfe auf dem Scheitel

   ...27

 

#27

Körper kurz, hochgewölbt.

   ...28

 

--

Körper ± länglich flach oder lang zylindrisch und hochgewölbt

   ...29

 

#28

Körper beschuppt oder behaart, matt; etwas eiförmig mit großem, steil stehendem Pygidium. Kopf klein, oft mit stark nierenförmigen Augen. [Abb.57].

   ...28a

Abb.57

ABB034

--

Körper glatt und glänzend. [Abb.58]. Familie Staphylinidae, Unterfamilie

   ...Scaphidiinae

Früher eigene Familie, heute als Unterfamilie der Staphylinidae betrachtet.

Abb.58

ABB106

#28a

Flügeldecken mit Längsstreifen, Schildchen deutlich sichtbar.

   ...Bruchidae

 

--

Flügeldecken, abgesehen von einem zuweilen erkennbaren Sutural- und Marginalstreifen ohne Längsstreifung. Schildchen nicht erkennbar Unterfamilie

   ...Urodonidae

 

#29

Körper auffallend langgestreckt, zylindrisch [Abb.59]. Tarsen so lang wie die Schienen, gleichmäßig dünn und rund. Männchen mit stark erweiterten, fächerförmigen Kiefertastern [Abb.60].

   ...Lymexylonidae

Abb.59

Abb.60

ABB035ABB035A

--

Körper abgeflacht. Tarsen kürzer als die Schienen.

   ...30

 

#30

Kräftige Käfer von 15 mm Größe und mehr. Kopf hinter den Augen halsartig abgeschnürt. Schwarz bis braunschwarz [Abb.61]. Fam. Silphidae, Gattung

   ...Necrodes Leach

Abb.61

NECRODES LITORALIS

--

Zarte, weiche Käfer. Kopf nicht so stark abgeschnürt, Käfer meist bunt oder schlank.

   ...31

 

#31

Oberlippe nicht sichtbar, Fühler entspringen dicht neben den Augen [Abb.62] [Abb.63]. Flügeldecken selten mit Punktreihen.

   ...Cantharidae

Abb.62

Abb.63

ABB036MALTHODES SP

--

Oberlippe stets deutlich sichtbar. Fühler entspringen ein gutes Stück innerseits der Augen [Abb.64] [Abb.65]

   ...Malachiidae

Abb.64

Abb.65

ABB037CHAROPUS PALLIPES

#32

Tarsenschema 5-5-4. Siehe

   ...Heteromera

 

--

Tarsenschema 4-5-5, Vordertarsen [Abb.66]. Fam. Malachiidae, Männchen [Abb.67] der Gattung

   ...Troglops Erichs.

Abb.66

Abb.67

ABB049TROGLOPS ALBICANS

--

Tarsenschema oder Habitus anders

   ...33

 

#33

Tarsenschema 5-4-4.

   ...34

 

--

Tarsenschema anders.

   ...35

 

#34

Fühler kürzer als die Kiefertaster [Abb.68], Mitteltarsen [Abb.69]. Fam. Hydrophilidae, Gattung

   ...Cymbiodyta Bedel.

Abb.68

Abb.69

CYMBIODYTA RTTABB050

--

Fühler bedeutend länger als die Kiefertaster [Abb.70].

   ...34a

Abb.70

ANISOTOMA HUMERALIS

#34a

Die Fühler bilden eine 5-gliedrige Keule, bei der das 2. Glied so klein wie das letzte Geißelglied ist [Abb.71]. Fam. Leiodidae, Weibchen der Gattung

   ...Anisotoma Panzer, 1797

Abb.71

ANISOTOMA F

--

Fühler mit lockerer 3-gliedriger Keule [Abb.72]. Halsschildseitenrand gekerbt. (Tarsen 5-gliedrig, aber an den Mittel- und Hintertarsen ist das 1. Glied so klein, daß es leicht übersehen werden kann.)

   ...Phloiophilidae

Abb.72

PHLOIOPHILUS EDWARDSII

#35

Tarsenschema 4-3-3, Mitteltarsen [Abb.73] [Abb.74]. Fam. Leiodidae, Gattung

   ...Agaricophagus Schm.

Abb.73

Abb.74

ABB051AGARICOPHAGUS RTT

--

Tarsenschema anders

   ...36

 

#36

Tarsenschema 4-4-4

   ...37

 

--

Tarsenschema 3-3-3

   ...53

 

--

Tarsenschema 3-4-4 Habitus [Abb.75] (Männchen) der

   ...Mycetophagidae

Abb.75

ABB052

#37

Kopf mit einem glatten Knopf jederseits neben den Komplexaugen (früher als Ocellus bezeichnet) [Abb.76] [Abb.77].

   ...Derodontidae

Abb.76

Abb.77

ABB053DERODONTUS MACULARIS

--

Kopf ohne solche Knöpfe

   ...38

 

#38

Käfer unter 2 mm, mit Kugelvermögen. Die Schenkeldecken der Hinterhüften sind als große Platten ausgebildet, unter die die Hinterbeine weitgehend eingezogen werden können [Abb.12] [Abb.78].

   ...Clambidae

Abb.12

Abb.78

ABB007CALYPTOMERUS RTT

--

Ohne solche Schenkeldecken

   ...39

 

#39

Kopf unter dem Halsschild verborgen, selten bleibt ein schmaler Streifen desselben von oben sichtbar

   ...40

 

--

Kopf und wenigstens Teile der Augen von oben oder vorn sichtbar.

   ...43

 

#40

Fühler mit 2gliedriger Keule und 2 dicken Basalgliedern [Abb.79] [Abb.80]. Fam. Byrrhidae, Gattung

   ...Chaetophora

Abb.79

Abb.80

ABB054SYNCALYPTA RTT

--

Fühler mit mehr als 2 größeren Endgliedern und höchstens 1 verdickten Basalglied

   ...41

 

#41

Über 5 mm, schlank. Fam. Bostrichidae, Gattung

   ...Psoa Herbst

Habitusabb. s.  www.hlasek.com

 

--

Unter 3 mm, rundlich

   ...42

 

#42

Halsschild bedeckt den Kopf vollständig. Die Vorderhüften bilden große quere Platten [Abb.81] [Abb.82].

   ...Georissidae

Abb.81

Abb.82

ABB055GEORISSUS LAESICOLLIS

--

Halsschild vorn leicht ausgeschnitten, so daß der Kopfrand von oben sichtbar ist [Abb.83]. Vorderhüften anders gebildet.

   ...Corylophidae

Abb.83

ABB056

#43

Fühler kurz, mit gesägter, 7-gliedriger Keule. Vorder- und Mittelschienen verbreitert und bedornt [Abb.84].

   ...Heteroceridae

Abb.84

HETEROCERUS FOSSOR

--

Fühler anders

   ...44

 

#44

3. Tarsenglied im gelappten 2. versteckt [Abb.85]

   ...45

Abb.85

COCCINELLIDAE TR

--

3. Tarsenglied frei, das 2. nicht gelappt [Abb.86]

   ...46

Abb.86

ABB058

#45

Endglied der Kiefertaster beilförmig abgeflacht [Abb.87]. Fühler kurz und fein [Abb.88]. 1. Bauchsternit meist mit deutlichen Schenkellinien.

   ...Coccinellidae

Abb.87

Abb.88

ABB060ABB060A

--

Endglied der Kiefertaster drehrund, eiförmig oder zugespitzt [Abb.89]. Fühler kräftiger und länger. 1. Bauchsternit ohne Schenkellinien.

   ...45a

Abb.89

ABB059

#45a

Sehr kleine (<2 mm), kurze, runde und hochgewölbte Käfer. Schildchen nicht oder schlecht sichtbar, Halsschild ohne Auszeichnungen, die Basis ungerandet. Tarsen deutlich 4-gliedrig [Abb.90]. Die Seitenlappen der Hinterbrust berühren vorn die breit umgeschlagenen Epipleuren der Flügeldecken. Die angrenzenden Episternen der Hinterbrust vorn zugespitzt, nach hinten erweitert.

   ...Alexiidae

Abb.90

SPHAEROSOMA PILIFERUM

--

Größere, meist gestreckte und weniger stark gewölbte Käfer [Abb.91]., andernfalls Tarsen 3-gliedrig und Halsschildbasis in der Mitte gerandet. Schildchen meist sichtbar.

   ...Endomychidae

Abb.91

ABB061

#46

Endglied der Kiefertaster stark dreieckig beilförmig [Abb.87] [Abb.92]. Fam. Coccinellidae, Gattung (Tetrabrachys )

   ...Lithophilus Fröhlich

Abb.87

Abb.92

ABB060ABB060B

--

Endglied der Kiefertaster nicht beilförmig

   ...47

 

#47

Vorderhüften klein, kugelig, Hinterhüften quer [Abb.93].

   ...48

Abb.93

ABB062

--

Vorderhüften größer, etwas oval oder quer

   ...49

 

#48

Kopf so breit oder breiter als der Halsschild; Kiefer stehen um Kopflänge +/- parallel nach vorn vor [Abb.94].

   ...Prostomidae

Abb.94

ABB063

--

Kopf schmaler als der Halsschild; Kiefer stehen nicht parallel vor [Abb.95].

   ...Zopheridae

Colydiidae im Sinne der älteren Autoren. Auf Gattungen, die zwischenzeitlich in andere Familien gestellt wurden, wird in dieser Tabelle verwiesen.

Abb.95

ABB064

#49

Hinterhüften breit getrennt [Abb.96]

   ...50

Abb.96

ABB065

--

Hinterhüften schmal getrennt [Abb.97]

   ...51

Abb.97

ABB066

#50

Körper rundlich, mit Kugelvermögen. Stets unter 1,5 mm.

   ...Cybocephalidae

 

--

Körper mäßig gewölbt, mit deutlicher Seitenrandkante. Nur Sphaerosoma unter 1,5 mm. Habitus [Abb.98]

   ...Endomychidae

Abb.98

SPHAEROSOMA RTT

#51

Klauenglied der Tarsen lang, meist länger als die vorhergehenden Glieder zusammen [Abb.86]. Körper ± zylindrisch [Abb.99].

   ...Cisidae

Abb.86

Abb.99

ABB058CIS BOLETI

--

Klauenglied der Tarsen nicht auffallend länger als die anderen Tarsenglieder. Körper mehr oval oder abgeflacht.

   ...52

 

#52

Oberseite glatt, unbehaart [Abb.100]. Hinterleib mit 6 sichtbaren Sterniten [Abb.101]. Das 7. Fühlerglied oft größer als das 8..

   ...Leiodidae

Abb.100

Abb.101

ABB068ABB067

--

Deutlich behaart. Hinterleib mit 5 sichtbaren Sterniten [Abb.102]. Das 7. Fühlerglied nicht größer als das 8.. [Abb.75] (Weibchen )

   ...Mycetophagidae

Abb.102

Abb.75

ABB144ABB052

#53

Winzige Käfer von höchstens 1,2 mm. Oval, flach gewölbt. Fühler haardünn mit lang bewimperten Mittelgliedern; Flügel federartig mit breitem Kiel und langen Wimpern (nicht immer vorgestreckt wie in der Abb.). [Abb.103].

   ...Ptiliidae

Abb.103

ABB069

--

Anders

   ...54

 

#54

Nur 0,6-0,7 mm, hochgewölbt, elliptisch [Abb.104]. Abdomen mit nur 3 sichtbaren Sterniten. Vorderschenkel gezähnt. Vorderschienen verbreitert und vorn schräg ausgeschnitten [Abb.105].

   ...Microsporidae

Anmerkung: Die Tarsen werden als 3gliedrig angegeben, weil angeblich nur undeutliche Trennungsnähte vorhanden seien. Sie machen aber einen deutlich 5-gliedrigen Eindruck.

Abb.104

Abb.105

MICROSPORUS ACAROIDESABB070

--

Größer. Abdomen mit mehr als 3 sichtbaren Sterniten

   ...55

 

#55

Ohne Augen [Abb.106]. (Langelandia, Anommatus)

   ...Zopheridae

Abb.106

ABB071

--

Mit Augen

   ...56

 

#56

Halsschild von den Flügeldecken deutlich abgesetzt. Fühler lang und dünn.

   ...57

 

--

Halsschild von den Flügeldecken wenig abgesetzt, an der Basis breit. Kontur mehr geschlossen, oval.

   ...59

 

#57

Fühler vom 3. Glied haarförmig, fein und dünn; die beiden Basalglieder kugelförmig; die drei oder vier letzten Glieder knotenförmig; mit langen, sperrig abstehenden Wimperhaaren [Abb.107]. Abdomen mit 6 freiliegenden Sterniten. Familie Staphylinidae, Unterfamilie

   ...Dasycerinae

Abb.107

DASYCERUS SULCATUS

--

Fühler normal, ohne sperrige Wimperhaare. Abdomen mit 5 freiliegenden Sterniten.

   ...58

 

#58

Vordere Hüfthöhlen hinten geschlossen, Trochanteren kurz. Fühler fast immer 11-gliederig und von oben sichtbar an den Vorderecken der Stirn eingefügt [Abb.108].

   ...Latridiidae

Abb.108

STEPHOSTETHUS ANGUSTICOLLIS HAB

--

Vordere Hüfthöhlen hinten offen, Trochanteren verlängert, Fühler meist mit weniger als 11 Gliedern und immer unter dem Seitenrand der Stirn eingefügt [Abb.109]. Familie

   ...Merophysiidae

In Mitteleuropa bisher nur Gattung

   ...Holoparamecus Curtis 1833

Abb.109

HOLOPARAMECUS RTT

#59

Vordere Hüfthöhlen hinten geschlossen. Hinterhüften schmal getrennt [Abb.101].

   ...Leiodidae

Abb.101

ABB067

--

Vordere Hüfthöhlen hinten offen.

   ...60

 

#60

Hochgewölbt, rund oder rundoval, Coccinelliden-ähnlich: Halsschild an der Basis so breit wie die Flügeldeckenbasis. Hinterhüften breit getrennt [Abb.96]. (Mychophilus, Clemmus)

   ...Endomychidae

Abb.96

ABB065

--

Gestrecktere und flachere Arten, ein deutlicherer Einschnitt zwischen Halsschild und Flügeldecken [Abb.110].

   ...Merophysiidae

Abb.110

MEROPHYSIA OBLONGA

 


Adephaga
Agaricophagus
Alexiidae
Anisotoma
Anoplus
Bruchidae
Cantharidae
Cerambycidae
Chaetophora
Cisidae
Clambidae
Coccinellidae
Corylophidae
Cybocephalidae
Cymbiodyta
Dasycerinae
Derodontidae
Drilidae
Endomychidae
Georissidae
Heteroceridae
Heteromera
Histeridae
Holoparamecus
Lamellicornia
Lampyridae
Latridiidae
Leiodidae
Limnebius

Lithophilus
Lymexylonidae
Malachiidae
Meloidae
Merophysiidae
Microsporidae
Monotomidae
Mycetophagidae
Necrodes
Necrophorus
Nitidulidae
Omalisidae
Phloeotribus
Phloiophilidae
Phytophaga
Platypsyllus
Prostomidae
Pselaphidae
Psoa
Ptiliidae
Rhipiphoridae
Rhynchophora
Scaphidiinae
Silphidae
Staphylinidae
Stylopidae
Tarsen-5-5-5
Thylodrias
Troglops
Urodonidae
Zopheridae

    

Letzte Aktualisierung: 31.08.2010 - 20:13:15

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